Spoi­ler: Nicht in den Sofa­rit­zen.

Wir spü­ren unmit­tel­bar viel zu wenig davon, was pas­siert, wenn wir die alte Glüh­bir­ne gegen eine LED-Leuch­te aus­tau­schen. Das haben wir alle schon­mal gele­sen, gehört, irgend­wo. Und auch wenn es für das Anschaf­fen effi­zi­en­te­rer, neue­rer Gerä­te für den Haus­halt zahl­rei­che Grün­de gibt, ist der Durch­schnitts­bür­ger erst­mal skep­tisch — doch all das hilft tat­säch­lich und nützt auch dei­nem Geld­beu­tel. Und in Kom­bi­na­ti­on mit ganz ein­fa­chen Tricks wird mög­lich, was unzu­frie­de­nen Zun­gen zufol­ge “eh nicht geht, sowie­so nichts bringt”. Denn vie­le wis­sen nicht: der pri­va­te Haus­halt hat an der Gesamt­sum­me des deut­schen Ener­gie­ver­brauchs eben­so gro­ßen Anteil, wie die indus­tri­el­len Groß­kon­zer­ne. Denn 26% des End­ener­gie­ver­brauchs in Deutsch­land gehen auf das Kon­to von Haus­hal­ten.
Um das Gan­ze noch etwas bild­li­cher zu machen: 69 Mrd. Euro geben pri­va­te Haus­hal­te für Strom, Gas und wei­te­re Ener­gie­trä­ger aus. (dena, 2014)

Was du tun kannst — jetzt!

  • Steck­do­sen­leis­ten. Beugt nicht nur einem zwi­schen­zei­ti­gen Wut­aus­bruch gespickt mit Hass­ti­ra­den auf den Innen­ar­chi­tek­ten vor — wie­so ver­dammt gibt’s hier nur eine ein­zi­ge Steck­do­se? — son­dern hilft auch beim Strom­spa­ren. Hung­ri­gen Gerä­ten, die zum Bei­spiel nachts nicht gebraucht wer­den, wird damit der Hahn zuge­dreht. So ver­hin­derst du, dass sie im Stand­by-Modus teil­wei­se noch viel mehr Strom schlu­cken, als in ihrer Benut­zungs­zeit.
  • Wäh­rend der Was­ser­ko­cher in mei­nem Haus­halt und auch im Büro sich zu einer abso­lut unfehl­ba­ren Insti­tu­ti­on eta­bliert hat, befin­det sich nur in jedem 2. Haus­halt ein Exem­plar. Einen Liter Was­ser zu kochen kos­tet zum Bei­spiel zwei Cent, mit dem Herd sind es drei Cent.
  • Stell den Kühl­schrank wenn mög­lich nicht direkt neben Herd oder Hei­zung. Auch war­me Res­te stren­gen ihn unnö­tig an — des­halb lie­ber erst abküh­len las­sen. Eine wei­te­re Mög­lich­keit, den Kühl­schrank und somit den Ener­gie­fluss zu ent­las­ten: Auf dem Nach­hau­se­weg vom Ein­kau­fen eine Kühl­ta­sche ver­wen­den, damit sich die Lebens­mit­tel nicht mit Wär­me auf­la­den.
  • Auch beim Kochen lässt sich pro­blem­los Ener­gie spa­ren: so kannst du zum Bei­spiel Vor­hei­zen ver­mei­den und Rest­wär­me nut­zen. Gibst du einen Deckel auf den Topf, so kann die Hit­ze nicht ent­wi­schen.
  • Auch wenn die Spül­ma­schi­ne ver­hält­nis­mä­ßig wenig zum Ein­satz kommt, gibt’s hier ein paar Tricks ohne Auf­wand: Schon die Maschi­ne immer voll­zu­ma­chen und die Vor­wä­sche weg­zu­las­sen hilft.

Digi­ta­le Strom­sün­den

  • Mitt­ler­wei­le gibt’s bei allen Com­pu­tern und Smart­pho­nes eine Ener­gie­spar­funk­ti­on. Die­se ist gut für die Umwelt und defi­ni­tiv weni­ger ner­vig, nicht immer am Kabel zu hän­gen. Bei völ­li­ger Abwe­sen­heit lässt sich auch der Schlaf­mo­dus ein­stel­len.
  • Gera­de in der Uni­ver­si­tät und am Arbeits­platz wird mas­sig aus­ge­druckt und kopiert. Für dün­ne­re Sta­pel, weni­ger Gewicht und neben­bei einen ver­rin­ger­ten öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck ist es des­halb sinn­voll, recy­cel­tes Papier zu ver­wen­den und die­ses beid­sei­tig zu bedru­cken. Wuss­test du, dass der Strom, der für die Her­stel­lung für eine Packung Dru­cker­pa­pier benö­tigt wird, etwa einen 1-Per­son-Haus­halt für gan­ze 5 Tage ver­sor­gen kann?
  • Klingt komisch, ist aber so: auch Goog­le kann zur Ener­gie­schleu­der wer­den. Mit jedem Klick ver­braucht die Such­ma­schi­ne näm­lich so viel Strom, wie eine Ener­gie­spar­lam­pe in einer Stun­de. Zwar wird dies von Goog­le vehe­ment abge­mil­dert, trotz­dem kann es nicht scha­den, vor der nächs­ten Goog­le-Suche abzu­wä­gen, ob das jetzt wirk­lich sein muss.

Strom­fres­ser: Hei­zung

  • Unse­re Hei­zun­gen sind die gefrä­ßigs­ten Gerä­te im Haus­halt. Des­halb rei­chen auch im Win­ter 20 Grad Raum­tem­pe­ra­tur völ­lig aus — und im Not­fall sind Pul­lis viel kusche­li­ger als jedes T-Shirt.
  • Ein Tipp den wir wahr­schein­lich schon alle oft genug gehört haben, aber viel zu oft ver­nach­läs­si­gen: Stoß­lüf­ten für ein paar Minu­ten und dabei die Hei­zung aus­schal­ten statt das Fens­ter stun­den­lang zu kip­pen, ret­tet mas­sig Ener­gie.
  • Auch für das regel­mä­ßi­ge Ent­lüf­ten unse­rer Hei­zung wird uns die Umwelt dan­ken.

Fazit

All die­se mini­ma­len Gewohn­heits­än­de­run­gen schrän­ken uns nicht ein. Im Gegen­teil: sie ermög­li­chen ein gutes Gewis­sen und spa­ren dabei noch Geld. Wo man mit Tricks wie die­sen klein anfängt, lässt sich ein Drit­tel des Strom­ver­brauchs spa­ren — das ent­spricht dem Jah­res­be­darf von zehn Mil­lio­nen Vier-Per­so­nen-Haus­hal­ten. Grund­sätz­lich gilt: bewuss­ter leben. Die Augen nicht davor ver­schlie­ßen und hin und wie­der an Nach­hal­tig­keit den­ken. Bis aus einem “gele­gent­lich” Rou­ti­ne wird. Und dir die nächs­te Strom­rech­nung schwarz auf weiß tri­um­phie­rend prä­sen­tiert, was viel­leicht ein­fach zu abs­trakt, zu weit weg wirk­te: Die Umwelt kann wirk­lich von dir pro­vi­tie­ren. Du tust Gutes. Für die Umwelt, dein Kar­ma und auch für dei­nen Kon­to­stand. Und einen bes­se­ren Moti­va­ti­ons­schub wei­ter­zu­ma­chen, gibt’s wahr­schein­lich gar nicht.


Pho­to by Ric­car­do Ann­an­da­le on Uns­plash