Egal ob Single-Wohnung oder Familienhaus – gekocht wird fast überall. Dabei wissen nur die Wenigsten, dass 10% der jährlichen Stromkosten durch das Kochen verursacht werden. Doch kennt man ein paar einfache Tricks, so lässt sich beim Kochen am Herd eine ganze Menge Strom einsparen!

1. Der richtige Herd

Bei der Masse an verschiedenen Herdtypen kann man allgemein sagen: Modelle mit Ceranfeld oder gusseisernen Platten verbrauchen deutlich mehr Strom als Gas- oder Induktionsherde. So sparen Induktionsherde 40% Strom gegenüber Gussplatten und verlieren, bedingt durch das schnelle Auf- sowie Abheizen, weniger Wärme. Bei einem Elektrokochfeld sieht dies schon wieder anders aus. Diese Herde arbeiten mit indirekter Hitze, weshalb auch lange nach dem Kochen noch Restwärme abgegeben wird. Doch aufgrund der hohen Anschaffungskosten für einen Induktionsherd oder mangels eines Gasanschlusses für einen Gasherd, sind die sparsamen Modelle nicht immer eine mögliche Option. Nichtsdestotrotz kann man mit ein paar kleinen Kniffen, auch unabhängig von der Art des Herdes, energieeffizient kochen.

2. Der Kochtopf

Besonders wichtig ist es, den richtigen Kochtopf zu verwenden. Gute Töpfe erkennt man an einem glatten Boden, der in der Mitte leicht nach innen gewölbt ist. Diese Wölbung dehnt sich bei Hitze aus, hat somit einen optimalen Kontakt zur Herdplatte und nutzt die Wärmeenergie vollständig aus. Zudem spielt das Material des Kochtopfes eine entscheidende Rolle. Schnellkochtöpfe aus Aluminium erhitzen sich zwar rasch, während Gusstöpfe zum Erwärmen länger brauchen, jedoch halten diese die Hitze besser. Deshalb kann hier der Herd früher abgestellt und die Restwärme genutzt werden – um so ganz einfach Strom zu sparen. Töpfe aus Edelstahl sind zwar schlechte Wärmeleiter, dafür aber robust und können entsprechend lange genutzt werden. Wichtig ist, dass das Material des Kochtopfes oder der Pfanne sowohl dünn, als auch wärmeleitfähig ist. So wird weniger Wärme benötigt um den Topf aufzuheizen. Zusätzlich zu den dünnen Wänden sollte ein guter Topf auch doppelwandige Böden und Deckel besitzen, um die Wärme besser zu verteilen und abzuspeichern.

3. Der passende Topfdeckel

Ein vernünftiger Deckel ist deutlich wichtiger als viele anfangs vermuten. Durch diesen kann der Wasserdampf und die Wärme nicht entweichen, man spart jährlich 20€ Stromkosten und 40kg CO2. So benötigt ein Topf, der mit viel Wasser gefüllt ist, ohne Deckel rund 0,5 Kilowattstunden, mit Deckel sind es allerdings nur noch circa 0,25 Kilowattstunden. Der Preis von umgerechnet 15 Cent pro Kochvorgang kann im Handumdrehen halbiert werden. Vor allem bei Elektrokochfeldern wird im Gegensatz zu einem Gaskochfeld noch lange Wärme abgegeben, die mit einem geschlossenen Topf abgefangen werden kann. Man kann den Herd also problemlos 5 Minuten früher ausschalten und die Restwärme nutzen.

4. Die richtige Topfgröße

Ohne Topf verbraucht ein Herd etwa dreimal mehr Energie als mit. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Topfgröße mit der Größe der Herdplatte übereinstimmt. Ist der Topf zu klein, geht viel Energie verloren. Ist der Topf allerdings zu groß, braucht er mehr Zeit zum Erhitzen und verlängert somit die Garzeit. Einer Faustregel nach gehen pro Zentimeter der hierbei fehlt 20 bis 30 Prozent Energie verloren.

5. Das Wasser richtig erhitzen

Es ist deutlich effizienter, Wasser mit einem Wasserkocher zu erhitzen, als es direkt auf dem Herd zum Kochen zu bringen. Denn so wird nicht nur Zeit, sondern auch bis zu 40 Prozent Strom eingespart. Auch kann man Nudeln direkt zusammen mit dem Wasser erhitzen. Das halbiert die Kochzeit der Nudeln von 10 auf 5 Minuten. Es hilft auch, dem Wasserhahn direkt warmes Wasser zu entnehmen. Noch effizienter sind hier Quooker. Das ist ein Wasserhahn, der per Knopfdruck kochendes Wasser bereithält und der trotz des dauerhaften Warmhaltens weniger Energie verbraucht, als dies bei einer kurzfristigen Erwärmung der Fall wäre. Konkret bedeutet das eine Einsparung von 5 Cent pro Tag. Außerdem ist es nicht immer nötig, den Topf mit reichlich Wasser zu befüllen. Bereits zwei Zentimeter reichen aus, um Kartoffeln, Eier oder Gemüse im Wasserdampf zu garen. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern bewahrt auch die wichtigen Vitamine.

6. Eierkocher, Mikrowelle und Co.

Gerade bei eher kleineren Portionen darf gerne auf kleine Helferlein zurückgegriffen werden. So können Toaster, Eierkocher, Mikrowelle und Co. gegenüber dem Herd oder dem Backofen zu echten Energiespar-Helden werden. Mikrowellen sparen beim Aufwärmen von Gerichten beispielsweise bis zu 70% Strom. Auch der Eierkocher spart beim morgendlichen Frühstücksei im Vergleich zu einem Elektroherd 50 bis 60% Energie ein. Gefrorene Lebensmittel taut man am besten frühzeitig im Kühlschrank auf. Ein allgemeiner Tipp für die Zubereitung von Speisen: Die Herdplatte auf höchster Stufe erhitzen und anschließend auf eine mittlere Stufe zurückschalten.

Mit diesen Tricks klappt es ganz von alleine, während des Kochens Strom und damit auch Geld zu sparen. Und es geht noch besser: Auch beim Backen gibt es hohe Einsparpotenziale, die du ganz unkompliziert und schnell nutzen kannst!


Foto von Paolo Bendandi auf unsplash