Wir wer­den stän­dig und über­all mit Tipps für ein ener­gie­spa­ren­des Leben über­häuft. Wäsche­trock­ner sind Ener­gie­fres­ser. Der Aus­tausch von alten Gerä­ten lohnt sich nicht. Geschirr­spül­ma­schi­nen sind viel effi­zi­en­ter.
Wir klä­ren in die­sem Blog­post, wel­che die­ser Irr­tü­mer beim Strom­spa­ren zutref­fen und wel­che nicht.

Die Wäsche wird nur bei hoher Tem­pe­ra­tur sau­ber. Eco-Pro­gram­me ver­brau­chen mehr Ener­gie, weil die Maschi­ne län­ger läuft.”

Die Annah­me, dass Wäsche nur bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren rich­tig sau­ber wird, stimmt nicht ganz. Ist die Wäsche nicht all­zu ver­schmutzt, kann sie ein­fach bei 30 bis 40 Grad gewa­schen wer­den. Auch Hand­tü­cher und Bett­wä­sche müs­sen nicht mehr bei 90 Grad gekocht wer­den, son­dern wer­den auch bei 60 Grad sau­ber. Das allein spart die Hälf­te der Ener­gie ein. Auch der Glau­be, dass eine Wasch­ma­schi­ne mehr Strom ver­braucht, je län­ger sie wäscht, ist falsch. Eco-Pro­gram­me benö­ti­gen zwar viel mehr Zeit, jedoch lau­fen sie nur einen Bruch­teil der Zeit auf hoher Tem­pe­ra­tur und spa­ren bis zu 40 Pro­zent Ener­gie ein. Auch ansons­ten birgt die Wasch­ma­schi­ne vie­le wei­te­re Ein­spar­po­ten­zia­le.

Wäsche­trock­ner = Ener­gie­fres­ser”

Vie­le Ver­brau­cher den­ken, dass Wäsche­trock­ner rei­ne Ener­gie­fres­ser sind. Doch seit­dem die Her­stel­ler ver­mehrt auf Wär­me­pum­pen set­zen, kön­nen die­se Annah­men wider­legt wer­den. Im Ver­gleich zu Kon­den­sa­ti­ons­trock­ner arbei­ten Wär­me­pum­pen­trock­ner beson­ders ener­gie­ef­fi­zi­ent, denn sie ver­brau­chen 70 Pro­zent weni­ger Ener­gie. Durch die rich­ti­ge Ver­wen­dung kann man beim Wäsche­trock­ner ordent­lich Ener­gie spa­ren.

Je vol­ler der Kühl­schrank, des­to mehr Ener­gie wird ver­braucht.”

Es ist ein gro­ßer Irr­tum, dass vol­le Kühl­schrän­ke viel mehr Ener­gie ver­brau­chen. Die Käl­te wird in den Lebens­mit­teln gespei­chert. Je mehr Inhalt sich also im Kühl­raum befin­det, des­to weni­ger zusätz­li­che Ener­gie ist erfor­der­lich. Zudem ent­weicht beim Öff­nen des Kühl­schranks mehr Luft, je lee­rer der Kühl­raum ist.

Eis im Gefrier­schrank spielt kei­ne Rol­le beim Ener­gie­ver­brauch.”

Ver­ei­sun­gen im Gefrier­raum füh­ren zu hohen Strom­kos­ten und tra­gen nicht zum Ener­gie­spa­ren bei. Bei star­ker Ver­ei­sung kann der Ener­gie­ver­brauch um 10 bis 15 Pro­zent stei­gen. Ab einer Dicke von einem Zen­ti­me­ter soll­te das Gefrier­fach abge­taut wer­den.

Irrtümer: Eis ist nicht schlimm

Lade­ge­rä­te ver­brau­chen kei­nen Strom, wenn sie ohne Gerät an die Steck­do­se ange­schlos­sen sind.”

Lade­ka­bel ver­brau­chen auch Strom, wenn sie ohne Gerät ange­schlos­sen sind. Auch bei ande­ren Stand­by-Modi trifft das zu. Jähr­lich kommt dabei in Deutsch­land eine Sum­me zusam­men, die zwei mit­tel­gro­ßen Kraft­wer­ken ent­spricht. Also lie­ber immer den Ste­cker zie­hen!

Ener­gie­spar­lam­pen sind am effi­zi­en­tes­ten.”

Lan­ge Zeit war dem auch so. Doch mitt­ler­wei­le wur­den die Ener­gie­spar­lam­pen von LEDs über­holt. Die­se spa­ren mehr Strom und hal­ten län­ger.

Ein Deckel lohnt sich nicht beim Kochen.”

Auch bei Gerich­ten mit kur­zen Gar­zei­ten lohnt es sich, den Topf mit einem pas­sen­den Deckel zu ver­schlie­ßen. So kann bis zu 50 Pro­zent der Ener­gie ein­ge­spart wer­den. Übri­gens: In der Küche gibt es beson­ders vie­le Mög­lich­kei­ten, Ener­gie zu spa­ren und somit die Strom­rech­nung zu sen­ken.

Das Vor­hei­zen des Ofens ist sehr wich­tig.”

Das Vor­hei­zen des Ofens ist, anders als oft behaup­tet, nicht unbe­dingt not­wen­dig. Durch Heiß­luft oder Umluft erhitzt sich der Gar­raum in der Regel sehr schnell. Nur bei weni­gen Gerich­ten, wie zum Bei­spiel der Piz­za, lohnt sich ein Vor­hei­zen.

Hand­wä­sche ist spar­sa­mer vs. Geschirr­spü­ler ist spar­sa­mer”

Auch wenn man den­ken mag, dass der Abwasch von Hand um eini­ges ener­gie­ef­fi­zi­en­ter ist, lohnt sich bereits ab einem Zwei­per­so­nen­haus­halt eine Geschirr­spül­ma­schi­ne. Beson­ders effi­zi­ent arbei­tet sie, wenn das Gerät voll bela­den ist. Bei klei­ne­ren Haus­hal­ten lohnt es sich aber den­noch, das Geschirr per Hand zu waschen. Pau­schal sind also bei­de Irr­tü­mer beim Strom­spa­ren weder rich­tig noch falsch.

Irrtümer: Abwaschen oder Geschirrspüler?

Mir­kowel­len spa­ren Ener­gie.”

Die­se Annah­me ist nicht ganz rich­tig. Solan­ge die Men­ge des zu erwär­men­den Essens unter einem hal­ben Kilo­gramm ist, lohnt sich defi­ni­tiv eine Mikro­wel­le. Bei grö­ße­ren Por­tio­nen emp­fiehlt es sich, die Spei­se auf dem Herd zu erwär­men.

Solan­ge ein Gerät läuft, lohnt sich der Aus­tausch nicht.”

Laut ver­schie­de­ner Stu­di­en, wie etwa sei­tens der Deut­schen Ener­gie-Agen­tur (dena), ver­brau­chen deut­sche Haus­hal­te im Schnitt 25 Pro­zent mehr Strom als not­wen­dig, allei­ne durch den Mehr­ver­brauch von Alt­ge­rä­ten. Das Ein­spar­po­ten­ti­al ist ins­ge­samt also sehr hoch. Irr­tü­mer beim Strom­spa­ren besa­gen, dass sich bei­spiels­wei­se der Kauf eines neu­en Kühl­schranks nicht vor Ende sei­ner Lebens­zeit loh­nen wür­de. Die Pau­schal­aus­sa­ge stimmt so nicht. Viel­mehr muss der Ein­zel­fall betrach­tet wer­den. Genau dafür hat Smart­ri­ci­ty eine Daten­bank ent­wi­ckelt, die zeigt, wie viel Strom ein­zel­ne Gerä­te im Haus­halt ver­brau­chen. Die 140.000 Haus­halts­ge­rä­te umfas­sen­de Daten­bank ermög­licht die Suche nach spe­zi­el­len Alt- und Neu­ge­rä­ten und bie­tet den direk­ten Ver­gleich bezüg­lich Strom­ver­brauch, Jah­res­er­spar­nis und nach wie vie­len Jah­ren sich ein Neu­kauf ren­tiert. 


Bil­der
1: Pho­to by NeON­BRAND on Uns­plash
2: Bild von Julio Pablo Váz­quez auf Pixabay
3: Pho­to by Tina Daw­son on Uns­plash