Über die Kli­ma­an­la­ge und wie du dei­ne Zim­mer rich­tig kühlst

Die­ses Jahr hält uns der Hoch­som­mer ganz beson­ders fest im Griff: Wir sur­fen immer noch auf einer schweiß­trei­ben­den Hit­ze­wel­le, deren Ende wir nicht abse­hen kön­nen. Die Flucht ins gekühl­te Auto oder ins kli­ma­ti­sier­te Kauf­haus lässt noch stär­ker den Wunsch auf­kei­men, die erfri­schen­de Küh­le auch ins eige­ne Zuhau­se und ins Büro zu brin­gen. Denn unse­re Leis­tungs­fä­hig­keit nimmt ab etwa 33 Grad um gut 50 Pro­zent ab — ist des­halb der Griff zur Kli­ma­an­la­ge die lebens­ret­ten­de Ent­schei­dung?

Typ­sa­che

Vor Anschaf­fung einer Kli­ma­an­la­ge soll­te man zual­ler­erst einen Fach­mann beauf­tra­gen, eine indi­vi­du­el­le Kühl­last­rech­nung durch­zu­füh­ren. Denn die Außen- und Innen­tem­pe­ra­tur soll­te nicht zu sehr von­ein­an­der abwei­chen. So wird das idea­le Gerät auf­grund ver­schie­de­ner Fak­to­ren gefun­den, wie bei­spiels­wei­se Raum­be­schaf­fen­heit, Son­nen­ein­strah­lung und ande­ren Wär­me­quel­len.

Typ 1: Mobil mit Abluft­schlauch

Die­ser Typ Kli­ma­an­la­ge ist nur im Mono­block erhält­lich, also alle Tei­le der Kli­ma­an­la­ge sind in einem ein­zi­gen Gerät zusam­men­ge­fasst. Durch einen Schlauch führt die Anla­ge die war­me Luft durch das gekipp­te oder ange­lehn­te Fens­ter nach außen. Prak­tisch ist auch die Mobi­li­tät die­ses Geräts: Es ist zusam­men­hän­gend und roll­bar und kann des­halb belie­big plat­ziert wer­den, sofern ein Fens­ter in der Nähe ist.
Jedoch bie­tet die­ser Typ auch Nach­tei­le. Ers­tens ist das Gerät sehr laut und kann vor allem in einer Arbeits­um­ge­bung zum Stör­fak­tor wer­den. Außer­dem ist die Kli­ma­an­la­ge einem stän­di­gen Kampf aus­ge­setzt: Ein Teil der hin­aus­be­för­der­ten war­men Luft gelangt durch das halb­of­fe­ne Fens­ter wie­der in den Raum. Wäh­rend sich die Luft im Innene­ren also immer wie­der erhitzt, muss die Anla­ge wie­der und wie­der für Her­un­ter­küh­lung sor­gen. Dar­aus resul­tiert ein wahn­sin­nig hoher Ener­gie­auf­wand und außer­dem nur mäßi­ge Küh­lung.

Typ 2: Der Zwei­tei­ler

Die zwei­te Vari­an­te besteht aus dem mobi­len zwei­tei­li­gen Split­ge­rät. Dazu gehö­ren ein Innen­ge­rät und ein Außen­ge­rät, das drau­ßen plat­ziert wer­den muss. Das Innen­ge­rät saugt die hei­ße Luft im Raumin­ne­ren an und fun­giert als Fil­ter, wäh­rend das Außen­teil den Kühl­kom­pres­sor beinhal­tet. Dadurch wird die erzeug­te Laut­stär­ke nach drau­ßen ver­la­gert und kann im Inne­ren nicht stö­ren. Auch hier sorgt für die Ver­knüp­fung ein Schlauch, der aber wesent­lich dün­ner ist. Außer­dem wer­den auch bei der Split­kli­ma­an­la­ge sehr hohe Strom­kos­ten erzeugt.

Typ 3: Der Fest­in­stal­lier­te

Die­se Kli­ma­an­la­ge ist nicht mobil, weist aber eine bes­se­re Leis­tung auf. Sie lohnt sich somit vor allem in gro­ßen Räu­men. Hier wer­den Innen- und Außen­teil fest ein­ge­baut — hier­durch fal­len hohe Kos­ten für die Instal­la­ti­on an. Außer­dem erfor­dert dies das Durch­bre­chen einer Wand — ob sich der Auf­wand lohnt? Und auch in der Benut­zung bleibt die­se Kli­ma­an­la­ge sehr teu­er.

Ach­tung: Strom­fres­ser!

Fassade mit vielen Klimaanlagen

Was bereits ange­klun­gen ist, ist wohl das größ­te Man­ko aller Kli­ma­an­la­gen: Sie sind ver­dammt teu­er. Und das nicht nur im Ein­kauf, son­dern auch in der Benut­zung. Die Gerä­te sind meist nicht so leis­tungs­stark, wie gewünscht und sor­gen für wahn­sin­nig hohe Strom­kos­ten. Läuft die Kli­ma­an­la­ge regel­mä­ßig, darf man schon mal meh­re­re hun­dert Euro dafür auf der Strom­rech­nung erwar­ten.

Fak­tor Umwelt

Damit ver­dient die Kli­ma­an­la­ge allein durch ihren hohen Ener­gie­ver­brauch kei­ne Aus­zeich­nung für Umwelt­schutz. Doch dar­über­hin­aus wei­sen vie­le Kli­ma­an­la­gen neben ihrem hohen CO2-Aus­stoß auch Emis­sio­nen von treib­haus­wirk­sa­men Käl­te­mit­teln auf — und das ist alles ande­re als umwelt­scho­nend! Beson­ders fies sind dabei die häu­fig ver­wen­de­ten HFKW-Mischun­gen R407C und R410A.
Glück­li­cher­wei­se wird an Alter­na­ti­ven gear­bei­tet — die­se sind aber häu­fig noch gar nicht auf den Markt. Des­halb ist eine gute Recher­che­leis­tung gefragt, wenn man sich trotz­dem eine Kli­ma­an­la­ge zule­gen möch­te.
Bei­spiels­wei­se Gerä­te mit natür­li­chen Käl­te­mit­teln oder sol­che, die durch Wär­me­en­er­gie betrie­ben wer­den, bie­ten gute Alter­na­ti­ven.
Wer sich tie­fer in das The­ma ein­le­sen möch­te, soll­te auf der Web­site des Umwelt­bun­des­am­tes mal vor­bei­schau­en.

Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­sen

Auch die Kli­ma­an­la­gen sind meist sor­tiert in Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­sen. Alle Gerä­te bis zwölf Kilo­watt Käl­te­leis­tung müs­sen gekenn­zeich­net wer­den. Die­se rei­chen von der unters­ten Klas­se D bis zur obers­ten Klas­se A+++. Hier wird nicht nur der Ener­gie­ver­brauch, son­dern auch der Gerä­te­typ und die Laut­stär­ke mit ein­be­rech­net.

Das ist jetzt ganz schön viel Input — des­halb haben wir eine klei­ne Check­lis­te zusam­men­ge­stellt, um die hei­ßen Tage Zuhau­se oder im Büro zu bekämp­fen.

Und es geht auch ohne Kli­ma­an­la­ge:

  1. Hal­te Fens­ter und auch Türen tags­über geschlos­sen, damit die war­me Luft von drau­ßen nicht in den Raum drin­gen kann.
  2. Nut­ze dafür den Abend, die Nacht und auch den frü­hen Mor­gen, um aus­gie­big zu lüf­ten. Wenn du die Fens­ter recht­zei­tig schließt, bleibt die ange­nehm küh­le Luft im Raum erhal­ten.
  3. Durch die Fens­ter­schei­be dringt Son­nen­ein­strah­lung und bringt Wär­me ins Zim­mer, die nicht mehr ent­wei­chen kann. Des­halb soll­te man die Fens­ter abdun­keln, am bes­ten außen an der Fens­ter­schei­be durch Roll­lä­den. Aber auch licht­un­durch­läs­si­ge Vor­hän­ge oder Jalou­si­en hel­fen. Am bes­ten ist es, hel­le Far­ben zu wäh­len, da die­se das Licht reflek­tie­ren. So kann bis zu 75 Pro­zent der Hit­ze abge­hal­ten wer­den.
  4. Außer­dem emp­fiehlt es sich, so vie­le Elek­tro­ge­rä­te wie mög­lich aus­zu­schal­ten: Denn die­se erzeu­gen Ener­gie und damit Wär­me, die die Raum­tem­pe­ra­tur zusätz­lich stei­gert.
  5. Gut iso­lier­te Fens­ter hal­ten im Win­ter die Käl­te und im Som­mer die Hit­ze drau­ßen. Jedoch soll­te man es nicht über­trei­ben: Der natür­li­che Luft­aus­tausch ist wich­tig für die Gesund­heit.
  6. Auch den Kör­per zu küh­len wirkt Wun­der. Des­halb soll­te man min­des­tens zwei bis drei Liter täg­lich trin­ken. Dabei wir­ken war­me Geträn­ke wie Tee bes­ser als kal­te — denn ein zu star­ker Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied ist nicht gut. Auch kann man auf kal­te Wickel zurück­grei­fen oder dicke nas­se Tücher an den Fens­tern plat­zie­ren.
  7. Wer einen grü­nen Dau­men hat, kann es auch mit Pflan­zen an den Außen­wän­den des Hau­ses pro­bie­ren — denn auch sie wir­ken iso­lie­rend und hal­ten Käl­te und Hit­ze fern.

Mit die­sen Tipps kann es auch ohne Kli­ma­an­la­ge gehen — das ist ein­fach, güns­ti­ger und umwelt­scho­nend.
Hast du viel­leicht noch einen Tipp, wie man kühl durch die Hit­ze­wel­le kommt? Dann nur her damit!

Schau doch auch bei uns auf smartricity.de vor­bei und ler­ne noch mehr wie zu ener­gie­ef­fi­zi­ent mit Haus­halts­ge­rä­ten im All­tag umge­hen kannst.