Erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­len haben in den letz­ten Jah­ren in Deutsch­land enorm an Bedeu­tung gewon­nen. Neben den, heu­te stark über­wie­gen­den Vor­tei­len, gibt es nur weni­ge Nach­tei­le, wel­che gegen die Stär­kung der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en spre­chen.

Vor- und Nach­tei­le erneu­er­ba­rer Ener­gi­en auf einen Blick

Vor­tei­leNach­tei­le
Unbe­grenz­te Ver­füg­bar­keit von Son­ne und WindAnfangs kost­spie­li­ge Inves­ti­tio­nen not­wen­dig
Welt­wei­te Ver­füg­bar­keit der Res­sour­cenPro­du­zier­te Leis­tung weni­ger ver­läss­lich durch Schwan­kun­gen
Ver­rin­ger­te Abhän­gig­keit von ande­ren Län­dern als Ener­gie­lie­fe­ran­tenBis­her: schwer spei­cher­bar und trans­por­tier­bar
Ent­ste­hen­de Emis­sio­nen sehr gering
Wenig Gefah­ren­po­ten­ti­al für Mensch und Umwelt
Ein­spa­rung von Trans­port­kos­ten durch loka­le Ener­gie­er­zeu­gung
Stär­kung der loka­len Wirt­schafts­kraft durch ent­ste­hen­de Anla­gen

Vor­tei­le von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en

Die Vor­tei­le der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en sind zahl­reich. Der Haupt­as­pekt ist aller­dings die Dring­lich­keit Treib­haus­ga­se zu redu­zie­ren und so den Kli­ma­wan­del deut­lich zu ver­lang­sa­men.

Erneu­er­ba­re Ener­gi­en ver­ur­sa­chen im Ver­gleich zu Öl oder Koh­le kaum Emis­sio­nen. Zudem sind die­se Ener­gie­quel­len, wie Son­ne und Wind, unbe­grenzt ver­füg­bar und damit nicht knapp wie bei­spiels­wei­se fos­si­le Brennstoffe.Weiterhin sind die Ener­gie­quel­len welt­weit ver­füg­bar, was die Abhän­gig­kei­ten von bestimm­ten Staa­ten begrenzt und so die Strom­ver­sor­gung für ein Land sichert.

Wenn Ener­gie lokal erzeugt wird, kön­nen zudem Trans­port­kos­ten ein­ge­spart wer­den. Loka­le Anla­gen stär­ken außer­dem die regio­na­le Wirt­schafts­kraft, indem Jobs geschaf­fen wer­den.

Auch die enor­me Gefahr, wel­che bei­spiels­wei­se Kern­kraft­wer­ken inne­wohnt, ist bei erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len mar­gi­nal.

Energie durch Windkraft
Wind­kraft als wich­ti­ge erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­le (Foto von Kars­ten Würth via Uns­plash)

Nach­tei­le von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en

Der haupt­säch­li­che Nach­teil sind die enor­men Inves­ti­tio­nen, die nötig sind, um die Ener­gie­wen­de zu rea­li­sie­ren.

Zunächst war Öko­strom auch noch bedeu­tend teu­rer als regu­lä­rer Strom. Inzwi­schen hat sich das aller­dings geän­dert und der umwelt­freund­li­che Strom ist inzwi­schen sogar güns­ti­ger als soge­nann­ter grau­er Strom.

Ein wei­te­res Pro­blem bestand lan­ge Zeit in der Spei­che­rung der Ener­gie aus erneu­er­ba­ren Quel­len. Daher war der grü­ne Strom weni­ger ver­läss­lich und die Strom­ver­füg­bar­keit stark abhän­gig von der aktu­el­len Wet­ter­la­ge. Die­se Schwan­kun­gen sind ein star­ker Nach­teil von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en. Inzwi­schen hat die Wis­sen­schaft in die­sem Zusam­men­hang viel geforscht, um den Strom spei­cher­ba­rer und ver­läss­li­cher zu machen.

Was ist erneu­er­ba­re Ener­gie? Eine Defi­ni­ti­on

Unter erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­len fasst man Ener­gie­quel­len, wel­che, zumin­dest aus mensch­li­cher Per­spek­ti­ve, unend­lich ver­füg­bar sind. Dar­un­ter zählt man neben Wind­kraft und Solar­ener­gie auch Erd­wär­me, Was­ser­kraft, sowie Bio­mas­se und Bio­gas.

Die Arten erneu­er­ba­rer Ener­gie

In den letz­ten Jah­ren ist der Anteil der erneu­er­ba­ren Ener­gie am Gesamt­ener­gie­ver­brauch ste­tig gestie­gen. Das liegt auch dar­an, dass die Inves­ti­tio­nen in die­se Ener­gie­quel­len vom deut­schen Staat unter­stützt wor­den sind. Strom, der zu 100% aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len stammt, bezeich­net man auch als Öko­strom.

  • Son­nen­licht / Son­nen­wär­me
  • Was­ser­kraft
  • Wind­kraft
  • Erd­wär­me
  • Bio­mas­se / Bio­gas
Graphik Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2019
Strom­erzeu­gung aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en im Jahr 2019 (Quel­le: Umwelt­bun­des­amt)

Die Ener­gie­wen­de mit erneu­er­ba­rer Ener­gie

Den sicht­ba­re Umschwung zu erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len nennt man auch Ener­gie­wen­de. Die Ener­gie­wen­de muss von­stat­ten gehen, um die Treib­haus­ga­se der Ener­gie­ver­bren­nung deut­lich zu redu­zie­ren und dadurch den Kli­ma­wan­del und sei­ne Fol­gen für Umwelt und Mensch ein­gren­zen zu kön­nen.

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Was ist die bes­te Quel­le für erneu­er­ba­re Ener­gie?

Wel­che Form die bes­te Ener­gie­quel­le für ein Land ist, hängt stark von den geo­gra­phi­schen Gege­ben­hei­ten eines Lan­des ab. In Deutsch­land zählt aktu­ell Wind­kraft zu der wich­tigs­ten erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­le. In Zukunft soll jedoch ver­stärkt auf Solar­ener­gie gesetzt wer­den.

Im Jahr 2019 ent­stamm­ten laut dem Umwelt­bun­des­amt 41,7% der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en von Wind­ener­gie an Land und 10,2% von Wind­ener­gie auf See. Pho­to­vol­ta­ik kam im Ver­gleich dazu auf 19,1%, wäh­rend Bio­mas­se 20,6% aus­ge­macht hat. Was­ser­kraft steht mit 8,3% an letz­ter Stel­le in Deutsch­land wie das Umwelt­bun­des­amt mit­teilt.

Vor allem in Bezug auf die Solar­ener­gie besteht viel Poten­zi­al zum Wachs­tum. Aktu­ell ist es mög­lich 24% der Solar­ener­gie in Strom umzu­wan­deln. Es gibt aller­dings bereits erfolg­rei­che Ver­su­che des Fraun­ho­fer Insti­tuts, bei wel­chem sogar eine Umwand­lung von rund 44% gelun­gen ist. Damit gibt es bei den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en noch viel Stei­ge­rungs­po­ten­zi­al.

Ausbau von Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung
Aus­bau von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zur Ener­gie­ge­win­nung (Foto von Sci­ence in HD via Uns­plash)

Anteil der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en am Strom­ver­brauch in Deutsch­land

Im Jahr 2020 hat die Nut­zung nach­hal­ti­ger Ener­gie erneut ein Hoch erreicht. In die­sem Jahr ent­stamm­ten laut Aus­sa­gen des BMWI 46% des ver­brauch­ten Stroms den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en. Das liegt auch dar­an, dass das Jahr 2020 beson­ders güns­ti­ge Wet­ter­ver­hält­nis­se für die Pro­duk­ti­on von Strom aus Wind­kraft mit sich gebracht hat.

Das zunächst fest­ge­leg­te Ziel der Bun­des­re­gie­rung für den Anteil an erneu­er­ba­ren Ener­gi­en lag bei 40–45% bis 2025. Da die­ses Ziel bereits erreicht wor­den ist, wur­de eine neue Vor­ga­be von 65% Öko­strom für das Jahr 2030 fest­ge­setzt.

Aktu­ell liegt Deutsch­land im welt­wei­ten Ver­gleich auf Platz 3 der Öko­strom-Pro­du­zen­ten.

Von einer Nischen­spar­te zum Haupt­trä­ger der Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land.”

Peter Alt­mai­er

Die welt­weit größ­ten Pro­du­zen­ten von erneu­er­ba­rer Ener­gie

Die­se Län­der sind die welt­weit größ­ten Pro­du­zen­ten von Öko­strom (in abstei­gen­der Rei­hen­fol­ge)

  1. Chi­na
  2. USA
  3. Deutsch­land
  4. Indi­en
  5. Japan
  6. Eng­land
  7. Bra­si­li­en
  8. Spa­ni­en
  9. Ita­li­en

Das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz (EEG)

In Deutsch­land wer­den erneu­er­ba­re Ener­gi­en staat­lich geför­dert. Hier­zu gibt es das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz, kurz EEG, wel­ches die Poli­tik im Jahr 2000 ver­ab­schie­det hat. Ziel des Gesetz ist es die Ener­gie­wen­de in Deutsch­land vor­an­zu­trei­ben und so Umwelt und Kli­ma zu schüt­zen.

EEG Reform von 2021

Nach­dem es bereits meh­re­re Refor­men zum EEG gege­ben hat, tritt auch am 1. Janu­ar 2021 eine neue Novel­le in Kraft, wel­che der Bun­des­tag ver­ab­schie­det hat. Die beschlos­se­ne Novel­le soll die Ener­gie­wen­de noch stär­ker vor­an­brin­gen. Neu fest­ge­hal­ten ist, dass die Strom­ver­sor­gung in Deutsch­land bis 2050 voll­kom­men treib­haus­gas­neu­tral sein soll. Nach wie vor gilt das Ziel von 65% Erneu­er­ba­re Ener­gie bis 2030. Das Ziel könn­te unter Umstän­den in der Zukunft noch ein­mal höher gesetzt wer­den, da auch die euro­päi­sche Uni­on ihre Kli­ma­zie­le wei­ter ver­schär­fen möch­te. Dies soll als Grund­la­ge für die Ambi­tio­nen der Bun­des­re­pu­blik gel­ten, laut Peter Alt­mai­er.

Wei­ter­hin defi­niert die Novel­le, wel­che der grü­nen Ener­gie­quel­len stär­ker aus­ge­baut wer­den sol­len und in wel­chem Maß, um die Zie­le errei­chen zu kön­nen. Die­se neu­en Bestim­mun­gen sol­len der Ener­gie­bran­che Pla­nungs­si­cher­heit ermög­li­chen. Außer­dem wur­de eine Ände­rung an den För­der­be­din­gun­gen vor­ge­nom­men. Vor allem Pho­to­vol­ta­ik soll in Zukunft aus­ge­baut wer­den und bis 2030 mehr als ver­dop­pelt wer­den. Dazu wer­den mehr Flä­chen­be­rei­che ver­füg­bar gemacht. Es wur­den zum Bei­spiel auch die Kon­di­tio­nen für Mie­ter­strom ver­bes­sert, sodass die dezen­tra­le Ener­gie­er­zeu­gung attrak­ti­ver wird. Bei Groß­an­la­gen für Pho­to­vol­ta­ik wer­den die Aus­schrei­bungs­be­din­gun­gen ver­ein­facht.

Für Wind­kraft­an­la­gen, deren Höchst­för­der­dau­er nach 20 Jah­ren endet, hat die Poli­tik Kon­di­tio­nen geschaf­fen, um För­de­run­gen wei­ter­zu­füh­ren. Damit wird sicher­ge­stellt, dass die­se nicht aus dem Markt gedrängt wer­den.

Fazit

Wie du siehst sol­len erneu­er­ba­re Ener­gi­en in Zukunft einen Groß­teil unse­res Stroms abde­cken. Durch die kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­ser­te Spei­cher­fä­hig­keit wird die Strom­quel­le auch zuneh­mend zuver­läs­si­ger. Das Abwä­gen zwi­schen Vor- und Nach­tei­len fällt in die­ser Hin­sicht leicht aus. Ein gro­ßer Anteil an Inves­ti­tio­nen in Öko­strom ist bereits erfolgt. Wei­te­re Inves­ti­tio­nen wer­den fol­gen müs­sen, doch inzwi­schen hat sich Öko­strom als Ener­gie­quel­le der Zukunft durch­ge­setzt.