Bei einem Waschgang mit 30 Grad Celsius wird die Hälfte des Stroms nur für das Aufheizen des Wassers benötigt – bei 60 Grad sind es sogar drei Viertel. Vor allem wenn das Wasser mittels Strom erhitzt wird, wird dies zu einem großen Kostenfaktor auf der Stromrechnung. Schließt man allerdings die Waschmaschine direkt an den Anschluss für das Warmwasser an und beachtet nebenbei den ein oder anderen Tipp zum Stromsparen beim Waschen, so kann sich die Waschmaschine als echtes Stromspar-Wunder entpuppen.

Wird das warme Wasser für die Waschmaschine über die zentrale Warmwasserversorgung im Haushalt geregelt, so spart man sich einiges an Energie ein – laut Stiftung Warentest reduziert sich der Stromverbrauch um rund 60 bis 70 Prozent. Allerdings ist dies nur der Fall, wenn das Wasser energieeffizient erwärmt wird, beispielsweise durch eine Solaranlage, Fernwärme oder eine moderne Öl- bzw. Erdgasheizung. Gleiches gilt übrigens auch für die Spülmaschine, die ebenfalls problemlos an das Warmwasser angeschlossen werden kann.

Die Energieeinsparung

Pro Waschdurchgang verbraucht eine moderne Waschmaschine zwischen 30 und 50 Liter Wasser – abhängig von der Trommelgröße, dem Programm und der Waschmenge. Dabei wird die größte Wassermenge für Spülungen benutzt. Lediglich ein Fünftel der Wassermenge wird auf die tatsächliche Waschtemperatur erhitzt. Diese verhältnismäßig geringe Menge verschlingt jedoch den meisten Strom. Durch einen Warmwasseranschluss spart ein Single-Haushalt jährlich circa 5 bis 10 Euro Stromkosten, ein 4-Personen-Haushalt 25 bis 30 Euro. Zwar handelt es sich hierbei nur um recht geringe Beiträge – trotzdem freut man sich über diesen Nebeneffekt, während man aktiv den eigenen Haushalt nachhaltiger und umweltschonender gestaltet. Die exakte Höhe der Ersparnis ist maßgeblich davon abhängig, auf welche Weise das Wasser erhitzt wird. Ein elektrischer Durchlauferhitzer verbraucht mindestens zwei Kilowatt pro Stunde, weshalb die effektive Ersparnis hierbei gleich null ist. Steht allerdings für die Warmwasserbereitung eine thermische Solaranlage zur Verfügung, so werden laut Ökoinstitut Freiburg bei 112 Waschgängen im Jahr 49 Prozent an Strom und 43 Prozent an Primärenergie eingespart. Erfolgt die Warmwasserbereitung mit einer Gasbrennwerttherme, so beträgt die erzielte Ersparnis bei der Primärenergie immerhin noch 27 Prozent. Die ökologischen und finanziellen Vorteile durch den reduzierten Wasserverbrauch und den geringeren Energieverbrauch sind allerdings nur unter zwei Bedingungen zu erzielen – wenn der Zulauf relativ kurz und die Wasserversorgung besonders effizient ist.

Die Temperatur

Das kalte Leitungswasser hat lediglich eine Temperatur zwischen 5 und 15 Grad Celsius. Somit muss die Waschmaschine dieses erstmal erhitzen, um die eingestellte Waschtemperatur zu erreichen. Dieser Aufheizvorgang kostet sehr viel Energie – verfügt die Waschmaschine hingegen über einen Warmwasseranschluss, so kann sie hierüber bereits erwärmtes Wasser beziehen. Wichtig ist, dass der Wasseranschluss nicht mehr als 5 Meter von der Waschmaschine entfernt ist. Mit jedem zusätzlichen Schlauchmeter verliert das Wasser an wertvoller Temperatur, sodass sie doch wieder mehr Aufheizenergie verbraucht. Auf der anderen Seite sollte die Zulauftemperatur 40 Grad Celsius nicht überschreiten. Selbst bei 60-Grad-Waschgängen darf das Wasser nicht mehr als 40 Grad Celsius betragen. Protein- und Eiweißflecken werden bei zu hohen Zulauftemperaturen nicht richtig herausgewaschen. Kaltes oder lauwarmes Wasser löst auch zum Beispiel Rotweinflecken besser. Läuft das Wasser bei 40 Grad zu, wird es für ein 60-Grad-Programm zwar erhitzt, die Energieleistung ist aber nicht so hoch wie bei kaltem Wasser und bedingt dadurch den geringeren Stromverbrauch.

Der Anschluss

Obwohl Waschmaschinen in den meisten Fällen auf den Zulauf von warmen Wasser ausgelegt sind, haben sie standardmäßig keinen Anschluss für Warmwasser verbaut. Informationen für die eigene Waschmaschine sind in der Bedienungsanleitung hinterlegt, ansonsten direkt beim Hersteller nachfragen. Im Durchschnitt kostet eine Waschmaschine mit Warmwasseranschluss 10 Prozent mehr als eine ansonsten baugleiche Maschine ohne diesen Anschluss. Die Zusatzkosten haben sich allerdings nach circa 2 bis 4 Jahren durch die eingesparten Stromkosten ausgezahlt. In den meisten Haushalten gibt es ein Eckventil mit einem Kalt- und Warmwasseranschluss. Letzterer ist an die Spüle angeschlossen, also schon belegt. Um zusätzlich die Waschmaschine anzuschließen, benötigt man in diesem Fall ein Warmwasser-Doppelanschluss-Eckventil. Dieses gibt es im Baumarkt oder im Sanitärhandel ab etwa zwölf Euro.

Fazit

Sofern das Wasser im eigenen Haushalt nachhaltig erwärmt wird – sprich per Solaranlage, Fernwärme oder einer modernen Öl- bzw. Erdgasheizung – ist eine neue Waschmaschine mit Warmwasseranschluss eine echte Stromspar-Alternative. Am Besten auf smartricity.de direkt nach einer neuen energieeffizienten Waschmaschine suchen.

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