Digi­ta­li­sie­rung — unse­re Zukunft

Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­se grei­fen heu­te in sämt­li­che Lebens­be­rei­che. Mitt­ler­wei­le erweist es sich als unmög­lich, sich die­ser vor­an­schrei­ten­den Tech­ni­sie­rung unse­rer Welt gänz­lich zu ent­zie­hen. Wäh­rend eini­ge stur Kri­tik an die­sen Ent­wick­lun­gen üben, ist es wich­tig, die viel­fäl­ti­gen Poten­zia­le die­ser aus­zu­ma­chen — und zu nut­zen. Denn die Digi­ta­li­sie­rung kann durch den rich­ti­gen Ein­satz inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gi­en tat­säch­lich zum wich­ti­gen Hel­fer für den Kli­ma­schutz wer­den. Auch Bit­kom-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Bern­hard Roh­le­der stimmt zu: „Die Digi­ta­li­sie­rung revo­lu­tio­niert die Art, wie wir leben, arbei­ten und kom­mu­ni­zie­ren und die­se Revo­lu­ti­on bedeu­tet in aller Regel auch ein Plus an Effi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit“.

Die Chan­cen durch neue Tech­no­lo­gi­en

Durch die neu­en Orga­ni­sa­ti­ons- und Ver­net­zungs­struk­tu­ren der Indus­trie 4.0. gelingt es, an eini­gen Stel­len effi­zi­ent Res­sour­cen zu scho­nen und die Pro­duk­ti­on um ein Viel­fa­ches umwelt­freund­li­cher zu gestal­ten.
Bei­spiel­haft bie­tet sich hier ein Blick auf Poten­zia­le in Groß­un­ter­neh­men. Hier sind bereits Video- und Tele­fon­kon­fe­ren­zen gän­gig, die lan­ge Rei­sen mit Flug­zeug, Bahn etc. hin­fäl­lig machen. Das ent­las­tet die Umwelt, spart Geld sowie Zeit und Ener­gie der Mit­ar­bei­ter. Auch wei­te­re umwelt­scho­nen­de Maß­nah­men wer­den mehr und mehr in den Unter­neh­mens­all­tag inte­griert, sei­en es papier­lo­se Büros oder ver­mehr­te Ten­den­zen in Rich­tung Home Office.

Durch Digi­ta­li­sie­rung erfolgt der Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen bei Wei­tem schnel­ler und unkom­pli­zier­ter als je zu vor. So ist die Wis­sen­schaft viel bes­ser ver­netzt und kann so sehr viel schnel­ler und effek­ti­ver zusam­men­ar­bei­ten. Kom­bi­na­tio­nen von Tech­no­lo­gi­en, die andern­falls nie zusam­men­ge­kom­men wären, machen mög­lich, dass stets an neu­en Lösun­gen gear­bei­tet wer­den kann.
Kal­ku­la­tio­nen, die frü­her müh­se­lig für jedes ein­zel­ne Unter­neh­men gemacht wur­den, wer­den heu­te von Maschi­nen über­nom­men. Dadurch, dass Unter­neh­men welt­weit ganz unkom­pli­ziert und schnell mit­ein­an­der in Kon­takt tre­ten und sich aus­tau­schen kön­nen, ist es bei­spiels­wei­se mög­lich, Res­sour­cen gemein­sam zu nut­zen. Dies mani­fes­tiert sich zum Bei­spiel in Car Sharing. Weni­ger Autos sind not­wen­dig, um mehr Men­schen von A nach B zu brin­gen.

Doch auch auf pri­va­ter Ebe­ne kön­nen natür­li­che Res­sour­cen künf­tig geschont wer­den. Was vor 20 Jah­ren noch ein abso­lu­tes Sci­ence-Fic­tion-Sze­na­rio war, soll in den nächs­ten Jah­ren wahr wer­den: Selbst­fah­ren­de Autos. Die­se sind nicht nur als gemüt­li­cher und siche­rer zu erwar­ten, son­dern kön­nen auch durch die Ver­net­zung Staus ver­mei­den — und somit den Sprit­ver­brauch deut­lich sen­ken.
Zudem reagie­ren Maschi­nen immer bes­ser ganz indi­vi­du­ell auf den Men­schen: Hier­durch wird deren Nut­zung wesent­lich effi­zi­en­ter. Hier ist der Bewe­gungs­mel­der bei Beleuch­tung ein gutes Bei­spiel, wel­cher auch teil­wei­se bereits bei der Stadt­be­leuch­tung umge­setzt wird. Auch die Bedie­nung der Stra­ßen­be­leuch­tung über das Smart­pho­ne sind in der Test­pha­se.

Der Blick durch die rosa­ro­te Bril­le

Die Digi­ta­li­sie­rung schmei­chelt also mit eini­gen Mög­lich­kei­ten, doch ist dabei manch­mal auch Vor­sicht gebo­ten. Denn geht man hier­bei mit der rosa­ro­ten Bril­le auf der Nase den fal­schen Weg, kön­nen neue Tech­no­lo­gi­en dras­ti­sche Abzü­ge an ande­ren Stel­len machen: Ins­be­son­de­re, wenn es um natür­li­che Roh­stof­fe geht. Laut dem Berg­bau­kon­zern BHP Bil­li­ton sind in einem kon­ven­tio­nel­len Ver­bren­nungs­mo­tor knapp 20 Kilo­gramm Kup­fer ver­baut. In einem Hybrid-Auto wird bereits die dop­pel­te Men­ge ver­wen­det — in einem elek­tri­schen Auto sind es gan­ze 80 Kilo­gramm. Es tun sich also neue Pro­blem­fel­der auf — des­halb ist es wich­tig, in der For­schung wei­ter­hin am Ball zu blei­ben.

Ein wei­te­res Pro­blem, dass sich in den deut­schen Struk­tu­ren extrem abzeich­net, ist der Ener­gie­mix. Die­ser setz­te sich im Jahr 2017 noch zu 22,6 Pro­zent aus Braun­koh­le, 14,6 Pro­zent aus Stein­koh­le und 11,6 Pro­zent aus Kern­ener­gie zusam­men. Das ist immer noch extrem viel Koh­le­kraft — bei­na­he 50 Pro­zent glie­dern sich noch nicht unter erneu­er­ba­re Ener­gi­en ein.
Hier ist der Wech­sel zu einem Öko­strom­ta­rif eine Mög­lich­keit — denn hier fällt die gesam­te Erzeu­gung auf erneu­er­ba­re Ener­gi­en.
Ein Traum für jeden Umwelt­schüt­zer sind flä­chen­de­cken­de Smart Grids: So ersetzt selbst erzeug­ter Strom durch Solar­an­la­gen Koh­le­kraft voll­ends. Mög­lich­kei­ten gibt es also — und wo die­se noch feh­len, wird in der Wis­sen­schaft inten­siv an sol­chen gear­bei­tet.

Sci­ence Fic­tion ist real

Denn wie selbst­fah­ren­de Autos, Robo­ter­haus­häl­ter und Men­schen­sied­lun­gen auf dem Mond, schlum­mern die Lösun­gen für die wirk­li­chen Pro­ble­me unse­rer Zeit irgend­wo zwi­schen den Zah­len. Was es braucht ist Inno­va­ti­on, Krea­ti­vi­tät und unbe­dingt Wei­ter­den­ken — so kann Digi­ta­li­sie­rung Pro­ble­me lösen, statt neue zu schaf­fen und tat­säch­lich zu unse­rer mäch­tigs­ten Waf­fe, unse­rem treus­ten Hel­fer gegen den Kli­ma­wan­del wer­den, ohne sich neben­her in einen gie­ri­gen Roh­stoff­fres­ser zu ver­wan­deln. Unter­neh­mer, Ver­brau­cher und die Umwelt — wir alle kön­nen von tech­ni­scher Inno­va­ti­on pro­fi­tie­ren, wenn wir es rich­tig machen.


Pho­to by Alex Knight on Uns­plash