Man beschäf­tigt sich meist nur einen Tag im Jahr mit ihm, ver­gisst ihn und ist dann wie­der geschockt, wie früh er zurück­kommt. Auch die­ses Jahr über­rascht uns der Earth Over­s­hoot Day mit einem erneu­ten früh­zei­ti­gen Rekord. Wäh­rend der Tag im ver­gan­ge­nen Jahr auf den 01. August fiel, ist er die­ses Jahr bereits am 29. Juli. Doch selbst die­ser schein­bar klei­ne Unter­schied soll­te uns trotz­dem Angst machen und zum nach­den­ken anre­gen.

Earth Over­s­hoot Day — Was ist das über­haupt?

Der Earth Over­s­hoot Day ist der Tag im Jahr, an wel­chem wir die natür­li­chen Res­sour­cen, wel­che die Erde in einem Jahr rege­ne­rie­ren kann, auf­ge­braucht haben. Das bedeu­tet, dass wir der Erde mehr abver­langt haben, als sie eigent­lich lie­fern kann — weit mehr, als sich inner­halb eines Jah­res rege­ne­rie­ren lässt. Unser öko­lo­gi­scher Fuß­ab­druck ist also grö­ßer, als unser Pla­net eigent­lich ver­kraf­ten kann. Oder um es bild­lich zu ver­deut­li­chen: wir ver­brau­chen jähr­lich 1,75 Erden. Dar­über hin­aus ist Deutsch­land ein Vor­rei­ter im Res­sour­cen­ver­brauch: wür­de jeder auf der Welt so leben wie wir, hät­te der Earth Over­s­hoot Day die­ses Jahr bereits am 3. Mai statt­ge­fun­den. Durch die­sen Über­kon­sum müs­sen wir auf Reser­ven der Erde zurück­grei­fen, wel­che jähr­lich knap­per wer­den, des­we­gen dür­fen wir kei­ne Zeit ver­lie­ren und müs­sen sofort han­deln.

Woher weiß man, wann die Res­sour­cen auf­ge­braucht sind?

Alle nöti­gen Daten und Berech­nun­gen wer­den vom Glo­bal Foot­print Net­work zur Ver­fü­gung gestellt. Auf der Ange­bots­sei­te steht hier die Bio­ka­pa­zi­tät unse­res Pla­ne­ten, dar­un­ter bei­spiels­wei­se Agrar­flä­chen oder Fisch­fang­ge­bie­te. Dies wird der Nach­fra­ge­sei­te gegen­über­ge­stellt, also wie viel öko­lo­gi­sches Ver­mö­gen wir benö­ti­gen, um die natür­li­chen Res­sour­cen her­zu­stel­len, wel­che wir ver­brau­chen. Dar­un­ter zäh­len zum Bei­spiel tie­ri­sche und fische­rei­li­che Pro­duk­te oder Raum für städ­ti­sche Infra­struk­tu­ren. Wie viel wir brau­chen wird also dem gegen­über­ge­stellt, was wir haben- kurz gesagt: unse­rer öko­lo­gi­scher Fuß­ab­druck. Die­se Daten wer­den in glo­ba­len Hekt­ar gemes­sen, wovon wir unge­fähr 11,3 Mil­li­ar­den auf der Erde zur Ver­fü­gung haben. Somit ergibt sich die Glei­chung Bio­ka­pa­zi­tät / Bio­ver­brauch * 365 Tage zur Errech­nung des Earth Over­s­hoot Days. Die­se kann man nicht nur auf den Pla­ne­ten, son­dern sogar auf jedes ein­zel­ne Land anwen­den. Falls du dich dafür inter­es­sierst, gibt es alle Daten im Län­der­ver­gleich auf der Sei­te vom Glo­bal Foot­print Net­work.

Was kann ich tun?

Jedes Jahr aufs Neue zeigt uns der Earth Over­s­hoot Day auf, wie vie­le Res­sour­cen jedes Indi­vi­du­um ver­braucht. Hier wird uns beson­ders bewusst, wie wich­tig jeder Ein­zel­ne von uns ist und dass wir alle etwas tun kön­nen und auch müs­sen, um unse­ren Pla­ne­ten zu ret­ten. Fast nie­mand von uns ist per­fekt und lebt kom­plett nach­hal­tig, aber du kannst mit die­sen Schrit­ten dei­nen Bei­trag leis­ten und dei­nen Fuß­ab­druck immens redu­zie­ren.

Infor­mie­re dich

Vor allem am Earth Over­s­hoot Day ist jeder von uns gefragt, sei­nen Kon­sum zu über­den­ken. Um dir dei­ne Gewohn­hei­ten und deren Aus­wir­kung auf den Pla­ne­ten bewusst zu machen, kannst du den Test vom Glo­bal Foot­print Net­work machen. Die­ser fragt bei­spiels­wei­se, wie oft du Fleisch isst oder wie oft du fliegst und wer­tet dei­nen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck aus. Dar­über hin­aus erfährst du, wie vie­le Erden nötig wären, wenn jeder so leben wür­den wie du. Du wirst garan­tiert über­rascht sein, wie vie­le Res­sour­cen man jähr­lich als Ein­zel­ner ver­braucht. Lies auch etwas über dein eige­nes Land und fin­de her­aus, was der Haupt­grund für die nega­ti­ve Öko­bi­lanz ist.

Take Action!

Ände­re dei­nen Life­style zum Bes­se­ren! Du könn­test bei­spiels­wei­se häu­fi­ger auf Fleisch ver­zich­ten. Das hat nicht nur einen posi­ti­ven Effekt auf dei­ne Gesund­heit, son­dern ver­rin­gert aus­schlag­ge­bend dei­nen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck. Allei­ne der bewuss­te­re Ein­kauf von Lebens­mit­teln kann viel bewir­ken. Wenn du ein­fach mehr­mals wöchent­lich ein­kau­fen gehst, führt dies dazu, dass du weni­ger Essen weg­schmeißt und dies ist auch gleich bes­ser für dei­nen Geld­beu­tel.

Ein Regal mit Gemüse

Ein wei­te­rer Tipp wäre, dei­nen Klei­der­schrank aus­zu­mis­ten und die Tei­le zu fin­den, die du immer tra­gen kannst. Zeit­lo­se Stü­cke, die sich mit Allem kom­bi­nie­ren las­sen haben den größ­ten Mehr­wert für dich und sind des­halb der ers­te Schritt zu dei­nem nach­hal­ti­gen Klei­dungs­sor­ti­ment. Du wirst fest­stel­len, dass du nicht jedes Jahr neue Tops kau­fen und alte Tei­le weg­wer­fen musst. Die Klei­dungs­stü­cke, die bereits bei dir zu Hau­se lie­gen, las­sen sich auf so unter­schied­li­che Wei­se kom­bi­nie­ren, sodass es nie lang­wei­lig wird. Und wenn du doch mal etwas neu­es brauchst, fin­det sich dein neu­es Lieb­lings­teil sicher auch in einem Second-Hand Shop.

Jeder kennt die Situa­ti­on: du musst schnell zu einem wich­ti­gen Ter­min, doch gerätst in den Berufs­ver­kehr und stehst total gestresst im Stau. Da ist man mit dem Fahr­rad oder gar zu Fuß nicht nur fle­xi­bler, son­dern auch umwelt­freund­li­cher unter­wegs. Du kannst sel­ber mal ver­su­chen, mit dem Bus ein­kau­fen zu fah­ren oder eine Fahr­ge­mein­schaft zu bil­den. Es tut sicher jedem auch gut, ein­fach mal einen Spa­zier­gang zu machen, anstatt jede klei­ne Stre­cke abzu­fah­ren. Dar­über hin­aus haben wir dir für dei­nen nächs­ten Urlaub bereits Tipps zum nach­hal­ti­gen Rei­sen zusam­men­ge­stellt.

Fahrrad vor einer gelben Wand

Wir ver­schwen­den täg­lich Ener­gie mit alten, inef­fi­zi­en­ten Haus­halts­ge­rä­ten, wel­che sich auf lan­ge Sicht auch auf unse­re Strom­rech­nung aus­wir­ken. Die meis­ten Leu­te wis­sen nicht, dass man durch das Erset­zen von Alt­ge­rä­ten extrem viel Strom spa­ren kann und das bes­te: man hat das Neu­ge­rät schon in weni­gen Jah­ren wie­der drin. Geh auf Smartricity.de und fin­de ganz ein­fach her­aus, ob du mit einem neu­en Gerät nach­hal­ti­ger leben kannst. Natür­lich kannst du dich auch auf unse­rem Blog auch dar­über infor­mie­ren, wie du beim Kochen, Put­zen oder sogar Gril­len Strom spa­ren kannst.

Moti­vie­re ande­re

Selbst als Ein­zel­ner kannst du bereits viel bewe­gen! Ein Groß­teil unse­rer Emis­sio­nen geht von gro­ßen Städ­ten aus. Infor­mie­re dich im Inter­net über die öko­lo­gi­schen Prin­zi­pi­en dei­ner Stadt und wel­che Ver­än­de­run­gen du sehen möch­test. Du als Ein­woh­ner weißt am bes­ten, wel­che Schrit­te sinn­voll wären, um dei­ne Stadt nach­hal­ti­ger zu gestal­ten. Schrei­be dei­nen loka­len Behör­den eine E-Mail, ruf sie an oder twee­te ihnen! Auf das Pro­blem auf­merk­sam zu machen ist Schritt 1 der Lösung. Sprich dich auf Soci­al Media mit dem Hash­tag #Move­The­Da­te für eine glo­ba­le Debat­te über die­ses The­ma aus. Rede mit Freun­den und Bekann­ten dar­über und über­re­de die­se, auch ihren Bei­trag zu leis­ten. Es gibt zahl­rei­che Peti­tio­nen, Demos und Ver­an­stal­tun­gen, durch wel­che jeder von uns die Mög­lich­keit hat, etwas zu ver­än­dern.