Auch wenn der Kühl­schrank viel­leicht nicht das attrak­tivs­te aller Haus­halts­ge­rä­te ist, ist er unver­zicht­bar. Dabei kommt ihm wohl in jedem Haus­halt mit Abstand die größ­te Nut­zung zu — denn er läuft 365 Tage im Jahr, ohne Unter­bre­chung. Den alten Kühl­schrank stel­len wir ger­ne mal in den Par­ty­kel­ler, um ihn noch für Geträn­ke zu nut­zen oder geben ihn an Kin­der und Freun­de wei­ter, damit die­se ver­meint­lich Geld spa­ren. Doch ent­wi­ckelt sich der alte Kas­ten dabei schnell zum Strom­fres­ser: Bis zu 100 Euro mehr Strom­kos­ten pro Jahr kön­nen für den Nut­zer eines Alt­ge­räts anfal­len. Dabei gibt es mitt­ler­wei­le eini­ge ener­gie­ef­fi­zi­en­te Kühl­schrän­ke auf dem Markt, die das Strom­spa­ren in der Küche deut­lich erleich­tern.

Smart Kit­chen: Was beim Ener­gie­spa­ren wirk­lich hilft

Da der Kühl­schrank bei­spiels­wei­se im Ver­gleich zum Fern­se­her nicht so häu­fig aus­ge­tauscht wird, ent­wi­ckelt sich der Markt lang­sa­mer als ande­re. Doch erfasst das Kon­zept Smar­thome all­mäh­lich auch die Welt der Küchen­ge­rä­te: Auch Kühl­schrän­ke kön­nen cool sein. Anfang des Jah­res ver­öf­fent­lich­te LG zum Bei­spiel das Modell Ins­ta­View, wel­ches sich durch ein 29 Zoll gro­ßes Dis­play aus­zeich­net. Die­ses wird auf Wunsch sogar durch­sich­tig, um den Inhalt des Kühl­schranks sicht­bar zu machen.
Ent­schei­det man sich für die Inves­ti­ti­on in einen neu­en Kühl­schrank, ist es nicht auf Anhieb ein­fach her­aus­zu­fin­den, wel­che Fea­tures tat­säch­lich nötig sind und wie man den Durch­blick im Fach­be­griffs­dschun­gel behält. Die gebo­te­nen Luxus­funk­tio­nen sind viel­fäl­tig, doch gibt es auch eini­ge Gerä­te auf dem Markt, deren hilf­rei­che, inno­va­ti­ve Fea­tures dabei hel­fen, effek­tiv Ener­gie zu spa­ren.

Die Fea­tures

No-Frost-Tech­nik

Durch das stän­di­ge Öff­nen des Gefrier­raums gelangt war­me Luft in das Gerät. Die hohe Feuch­tig­keit der her­ein­strö­men­den Luft setzt sich beim Abküh­len als Eis­schicht im Inne­ren des Gefrier­raums ab. Das regel­mä­ßi­ge Abtau­en des Fros­tes ist nicht nur läs­tig, son­dern auch unbe­dingt not­wen­dig. Die Eis­schicht wirkt iso­lie­rend und somit wird wesent­lich mehr Strom ver­braucht.
Doch dafür gibt es mitt­ler­wei­le eine Lösung: No-Frost bezeich­net die inno­va­ti­ve Abtau­tech­nik, die das manu­el­le Ent­fer­nen von Eis­schich­ten im Gefrier­fach hin­fäl­lig macht. Die Reif- bzw. Eis­bil­dung wird voll­stän­dig ver­hin­dert, in dem die Luft­feuch­tig­keit im Gerät redu­ziert wird. Eine Alter­na­ti­ve könn­ten Gerä­te mit der Low-Frost-Tech­nik stel­len, wobei die Eis­bil­dung um 80 % redu­ziert wird. So ist das Abtau­en deut­lich sel­te­ner not­wen­dig. Auf den ers­ten Blick ver­braucht die­se zwei­te Vari­an­te zwar weni­ger Strom, jedoch fällt der durch Eis­bil­dung und Abtau­en anfal­len­de Strom­ver­brauch bei der No-Frost-Tech­nik voll­stän­dig weg. Somit ist die­se Vari­an­te nicht nur die prak­tischs­te in der Nut­zung, son­dern auch die ener­gi­ef­fi­zi­en­tes­te Lösung.

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Skin-Con­den­ser-Tech­no­lo­gie

Nor­ma­ler­wei­se ist es emp­feh­lens­wert, den Kühl­schrank nicht direkt an der Wand zu plat­zie­ren, damit die Luft zir­ku­lie­ren und aus­ge­tauscht wer­den kann. Dank der Skin-Con­den­ser-Tech­no­lo­gie ist das jedoch nicht mehr nötig. Die Luft­zir­ku­la­ti­on auch dann gewähr­leis­tet ist, wenn das Gerät direkt an der Wand plat­ziert ist. Unter­stüt­zend kann ein inte­grier­tes Slot-In-Sys­tem funk­tio­nie­ren: Der dadurch gewähr­leis­te­te Öff­nungs­win­kel ermög­licht, dass die Tür auch dann ganz geöff­net wer­den kann, wenn direkt eine Wand angrenzt.

Intel­li­gent Coo­ling

Durch das stän­di­ge Öff­nen des Kühl­schranks gelangt war­me Luft in den Innen­raum. Um die gewünsch­te Tem­pe­ra­tur jedoch schnell wie­der zu errei­chen, muss mehr Ener­gie auf­ge­bracht wer­den. Eine Lösung hier­für bie­tet die Funk­ti­on Intel­li­gent Coo­ling. Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen wer­den aus­ge­gli­chen, indem die Küh­lung auto­ma­tisch auf die Außen­tem­pe­ra­tur abge­stimmt wird.

Inver­ter Kom­pres­sor

Der Inver­ter Kom­pres­sor ori­en­tiert sei­ne Kühl­leis­tung stets nach dem aktu­el­len Bedarf. Der stan­dard­mä­ßi­ge Ein-Aus-Betrieb der Kühl­schrän­ke ohne die­se Funk­ti­on ist weni­ger intel­li­gent und ver­braucht mehr Strom. Durch die Tech­no­lo­gie des Inver­ter Kom­pres­sors wird nicht nur Ener­gie gespart, son­dern auch der Ver­schleiß ver­rin­gert. Die ver­bes­ser­te Kühl­steue­rung sorgt dafür, dass Lebens­mit­tel län­ger frisch blei­ben. Ein wei­te­rer Vor­teil: Gerä­te mit die­sem Fea­ture machen weni­ger Geräu­sche.

Metal Coo­ling

Die­ser Begriff bezeich­net eine Innen­rück­wand aus Metall, wel­che Käl­te spei­chert. Dadurch wird gewähr­leis­tet, dass die Tem­pe­ra­tur gleich­mä­ßig bleibt und nach dem Öff­nen des Kühl­schranks schnel­ler wie­der her­ge­stellt wer­den kann.

Ver­mei­den von Kühl-Gefrier-Kom­bis

Zwar mögen ein­ge­bau­te Gefrier­fä­cher im Kühl­be­reich ver­lo­ckend prak­tisch wir­ken, jedoch sind sie im Hin­blick auf den Strom­ver­brauch extrem inef­fi­zi­ent. Des­halb ist es beim Neu­kauf eines Kühl­schranks wich­tig dar­auf zu ach­ten, dass Gefrier­tru­he und Kühl­schrank von­ein­an­der getrennt sind und einen jeweils eige­nen Kühl­kreis­lauf sowie eine sepa­ra­te Tür auf­wei­sen. Für gro­ße Fami­li­en lohnt sich viel­leicht sogar eine völ­lig sepa­ra­te Gefrier­tru­he. Ist die­se gut gefüllt, kann so gleich noch mehr Ener­gie gespart wer­den.

Grö­ße

Zwar macht ein rie­si­ger Luxus­kühl­schrank optisch was her, jedoch ver­braucht ein sol­ches Modell auch wesent­lich mehr Strom. Beim Kauf eines neu­en Geräts soll­te man also stets über­den­ken, ob man das Modell der Begier­de auch wirk­lich voll macht. Denn auch Frei­stel­len im Kühl­schran­kin­ne­ren sor­gen für mehr Ener­gie­ver­brauch: Mehr war­me Luft strömt beim Öff­nen hin­ein. Für einen Haus­halt mit ein oder zwei Per­so­nen rei­chen 100 bis 160 Liter voll­kom­men aus, für jede wei­te­re Per­son las­sen sich etwa 50 Liter dazu­rech­nen. Ein Sin­gle-Haus­halt benö­tigt dem­nach also ten­den­zi­ell einen klei­ne­ren Kühl­schrank als eine sechs­köp­fi­ge Fami­lie.

Kli­ma­klas­se

Die Kli­ma­klas­se gibt an, unter wel­chen Umge­bungs­tem­pe­ra­tu­ren das jewei­li­ge Gerät jeder­zeit unter opti­ma­len Bedin­gun­gen funk­tio­nie­ren kann. Des­halb ist es wich­tig, sich schon im Vor­aus Gedan­ken zu machen, wo der Kühl­schrank plat­ziert wer­den soll. Im Hin­blick auf den Strom­ver­brauch, die Leis­tung und den Ver­schleiß ist es not­wen­dig, ein Modell mit der pas­sen­den Kli­ma­klas­se aus­zu­wäh­len. Der Markt bie­tet Gerä­te pas­send für alle Kli­ma­zo­nen:

  • SN — Sub­nor­mal (Umge­bungs­tem­pe­ra­tur: +10°C bis +32°C)
  • N — Nor­mal (+16°C bis +32°C)
  • ST — Sub­tro­pisch (+16°C bis +38°C)
  • T — Tro­pisch (+16°C bis +43°C)

All die­se Funk­tio­nen machen den neu­en Kühl­schrank mög­lichst ener­gie­ef­fi­zi­ent. Somit lässt sich also nach der Inves­ti­ti­on in das Neu­ge­rät eini­ges an Strom­kos­ten spa­ren. Zwei beson­ders ener­gie­ef­fi­zi­en­te Kühl­ge­rä­te bie­ten bei­spiels­wei­se Bosch und Sie­mens an.


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