Du bist auf der Suche nach einem neu­en Strom­an­bie­ter und möch­test dei­ne Strom­ver­sor­gung nach­hal­ti­ger gestal­ten? Hast du schon mal was von Öko­strom gehört?

Als Öko­strom wird all­ge­mein die Ener­gie bezeich­net, die aus erneu­er­ba­ren Quel­len her­ge­stellt wird. Der Begriff ist an sich nicht gesetz­lich defi­niert. Aller­dings wei­sen spe­zi­fi­sche Zer­ti­fi­ka­te und Labels auf die nach­hal­ti­ge Strom­pro­duk­ti­on hin. Wir zei­gen dir, wie du ganz ein­fach in vier Schrit­ten zu einem Öko­strom­an­bie­ter wech­seln kannst:

1. Samm­le dei­ne Daten

Zuerst soll­test du alle Daten und Unter­la­gen dei­nes aktu­el­len Strom­an­bie­ters zusam­men­su­chen. Dazu gehö­ren dein bis­he­ri­ger Jah­res­ver­brauch in Kilo­watt­stun­den, die Num­mer dei­nes Strom­zäh­lers und dei­ne Kun­den­da­ten. Die­se Infor­ma­tio­nen fin­dest du auf dei­ner Strom­rech­nung. Dei­nen aktu­el­len Jah­res­ver­brauch brauchst du im zwei­ten Schritt, um einen Tarif­rech­ner zu benut­zen.

2. Recher­chie­re den bes­ten Anbie­ter für Öko­strom

Um dich umfas­send über ver­schie­de­ne Ange­bo­te zu infor­mie­ren, ist es hilf­reich einen Tarif­rech­ner her­an­zu­zie­hen. Aber Ach­tung: Vie­le Ver­gleichs­por­ta­le ach­ten vor­ran­gig auf mög­lichst güns­ti­ge Ange­bo­te und nicht auf Nach­hal­tig­keit. Jedoch bie­ten bei­spiels­wei­se Sei­ten wie stromtarife-vergleich.net einen Öko­strom-Fil­ter an. Bei Veri­vox fin­dest du sogar eine Sei­te nur für Öko­strom-Tari­fe. Wich­tig ist, dass du ech­ten Öko­strom beziehst und dein Tarif aus­drück­lich den Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en för­dert. Das stoppt lang­fris­tig die Gewin­nung von umwelt­schäd­li­chem Koh­le- oder Atom­strom.

Spe­zi­el­le Zer­ti­fi­ka­te und Labels die­nen dir als Ori­en­tie­rung, um ech­ten Öko­strom ein­fach zu erken­nen:

Ökostrom Labels

Grü­ner Strom

Das Grü­ner Strom-Label ist das ältes­te deut­sche Öko­strom-Label. Es sieht kei­ne Abstu­fun­gen vor. Ent­we­der wird einem das Label zuge­teilt oder nicht. Kern­kri­te­ri­um für die Ver­ga­be des Labels ist, dass der Ener­gie­an­bie­ter mit einem fes­ten Betrag je ver­kauf­ter Kilo­watt­stun­de den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gi­en för­dert. Hin­zu kommt, dass der Anbie­ter nicht an Atom- oder Koh­le­kraft­wer­ke betei­ligt sein darf. Das Label wird alle zwei Jah­re von einem unab­hän­gi­gen Insti­tut geprüft.

ok-power

Auch bei dem ok-power-Sie­gel wird gro­ßer Wert dar­auf gelegt, dass der Anbie­ter in kei­ner Wei­se mit Kohle‑, Atom- oder neu­en Stein­koh­le­kraft­wer­ken in Ver­bin­dung steht. Zudem muss der Öko­strom zu 100 Pro­zent aus erneu­er­ba­ren Quel­len stam­men. Zusätz­lich soll­te der Anbie­ter zur Beschleu­ni­gung der Ener­gie­wen­de bzw. zur Inte­gra­ti­on erneu­er­ba­rer Ener­gi­en ins Ver­sor­gungs­sys­tem bei­tra­gen. Die Zer­ti­fi­zie­rung läuft für ein Jahr und wird von einem unab­hän­gi­gen Gut­ach­ter durch­ge­führt.

TÜV Nord

Das TÜV-NORD-ZERTIFIKAT setzt eben­so wie die ande­ren Labels auf eine 100-Pro­zent-Voll­ver­sor­gung mit grü­nem Strom. Außer­dem muss min­des­tens ein Drit­tel des Pro­dukt­vo­lu­mens aus EE-Anla­gen stam­men, die nicht älter als sechs Jah­re sind. Zudem wird dar­auf geach­tet, dass die Men­ge des Öko­stroms nicht künst­lich auf­ge­bläht wird. Umstrit­ten ist, dass TÜV NORD auch die Ener­gie aus Kraft-Wär­me-Kopp­lun­gen, wel­che bei­spiels­wei­se bei Erd­gas-Block­heiz­kraft­wer­ken ent­steht, zu den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en zählt.

TÜV Süd

Das TÜV-SÜD-ZERTIFIKAT bringt zwei ver­schie­de­ne Zer­ti­fi­zie­run­gen für Öko­strom mit sich: EE01 und EE02. Bei­de Sie­gel för­dern die 100-Pro­zent-Ver­sor­gung. Jedoch zielt das EE01-Sie­gel eher auf den Neu­bau mög­lichst vie­ler Anla­gen für erneu­er­ba­re Ener­gi­en ab. Das EE02-Sie­gel setzt hin­ge­gen auf die Pro­duk­ti­on einer hohen Öko­strom­men­ge: Der Strom­an­bie­ter muss gleich­zei­tig so viel Öko­strom pro­du­zie­ren, wie ver­braucht wird. Ein Ener­gie­ver­sor­ger kann sich zudem als “Ener­gie­wen­de­un­ter­neh­men” bezeich­nen, wenn es gute Öko­strom-Tari­fe anbie­ten und sich aktiv für die Ener­gie­wen­de ein­setzt.

3. Stel­le einen Antrag auf Strom­lie­fe­rung

Auf den Web­sites der ver­schie­de­nen Öko­strom­an­bie­ter fin­dest du meist ein Online­for­mu­lar, das du mit dei­nen Daten (Strom­ver­brauch, Zäh­ler­num­mer, Kun­den­da­ten) aus­fül­len kannst. Oft lau­fen die­se For­mu­la­re unter dem Titel “Antrag auf Strom­lie­fe­rung”. Schi­cke das For­mu­lar mit einer Kopie dei­ner letz­ten Strom­re­chung ab. Den Rest über­nimmt dein neu­er Strom­an­bie­ter für dich. Du musst ledig­lich auf die Ver­trags­lauf­zei­ten dei­nes alten Strom­an­bie­ters ach­ten.

4. Nut­ze dei­nen neu­en, grü­nen Öko­strom

Du hast es geschafft! Du sparst nun im Schnitt 2 Cent pro Kilo­watt­stun­de. Denn durch­schnitt­lich kos­te­te im Jahr 2018 eine Kilo­watt­stun­de Öko­strom cir­ca 29 Cent. Somit war er genau­so teu­er wie kon­ven­tio­nel­ler Strom in Son­der­ver­trä­gen.

Wenn du dei­nen Geld­beu­tel zusätz­lich ent­las­ten willst, lohnt es sich einen Blick auf dei­ne Haus­halts­ge­rä­te zu wer­fen. Mit Hil­fe der Daten­bank von Smart­ri­ci­ty kannst du ganz ein­fach dei­ne Gerä­te che­cken las­sen und schau­en, ob sich die Anschaf­fung eines Neu­ge­räts für dei­nen Haus­halt loh­nen wür­de.


Pho­to by Anna Jimé­nez Calaf on Uns­plash