Pas­sau­er Start­up Smart­ri­ci­ty kri­ti­siert Modell­rech­nung von Veri­vox scharf

Pas­sau, 19.08.2019 —  Am 13.08.2019 ver­öf­fent­lich­te Veri­vox eine Pres­se­mit­tei­lung zum The­ma “Strom­spa­ren: Aus­tausch alter Haus­halts­ge­rä­te rech­net sich erst nach bis zu 40 Jah­ren”. Sowohl Spie­gel online, Focus online als auch die Mit­tel­deut­sche Zei­tung grif­fen die­se Mel­dung auf. Veri­vox sagt, dass der Ver­brau­cher mit einem Neu­kauf war­ten soll, bis sein Alt­ge­rät kaputt ist. Das schüt­ze Umwelt und Geld­beu­tel, so ein inter­ner Ener­gie­ex­per­te. Das Pas­sau­er Start­up Smart­ri­ci­ty warnt vor die­sen Modell­rech­nun­gen des Ver­gleichs­por­tals Veri­vox und kri­ti­siert sie.

Die Berech­nun­gen von Veri­vox sind irre­füh­rend”, sagt Sebas­ti­an Schmidt (30), CEO von Smart­ri­ci­ty. So spricht das Ver­gleichs­por­tal davon, dass sich der Aus­tausch von Gerä­ten in der Regel nicht loh­ne. Doch laut Stu­di­en, etwa sei­tens der Deut­schen Ener­gie-Agen­tur (dena), ver­brau­chen deut­sche Haus­hal­te im Schnitt 25 Pro­zent mehr Strom als not­wen­dig allei­ne durch den Mehr­ver­brauch von Alt­ge­rä­ten. Das Ein­spar­po­ten­ti­al ist ins­ge­samt also sehr hoch. “Veri­vox spricht von einem ‘Regel­fall’; wie hoch jedoch die Ein­spar­po­ten­zia­le der Gerä­te außer­halb die­ser ‘Regel’ sind, erwähnt Veri­vox nicht”, so Schmidt.

Zudem wer­den von Veri­vox kei­ne kon­kre­ten Gerä­te in die Berech­nung ein­be­zo­gen. “Sie spre­chen ledig­lich von mit­tel­prei­si­gen Gerä­ten. Es fin­det also kein Preis­ver­gleich statt — gera­de ein Ver­gleichs­por­tal soll­te so etwas doch beher­zi­gen. Das ver­zerrt die Rech­nung natür­lich wei­ter”, so der CEO des mehr­fach aus­ge­zeich­ne­ten Star­tups. Auch laut Umwelt­bun­des­amt und Ver­brau­cher­zen­tra­le kön­nen kei­ne pau­scha­len Aus­sa­gen über die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Haus­halts­ge­rä­ten gemacht wer­den. Es müs­se immer der spe­zi­el­le Ein­zel­fall in Betracht gezo­gen wer­den.  

Zusätz­lich las­sen sich eini­ge der von Veri­vox ver­öf­fent­lich­ten Daten wider­le­gen. Veri­vox stellt unter ande­rem dar, dass sich der Kauf eines neu­en Kühl­schranks nicht vor Ende der Nut­zungs­dau­er (zwölf Jah­re) ren­tiert. Jedoch erga­ben bereits im Jahr 2017 Recher­chen der Süd­deut­schen Zei­tung, dass sich bei­spiels­wei­se der Aus­tausch eines 10 bis 15 Jah­re alten Kühl­schranks auf jeden Fall loh­ne. Laut dem Öko-Insti­tut in Frei­burg lässt sich die Ener­gie, die zu Pro­duk­ti­on von neu­en Kühl­ge­rä­ten benö­tigt wird, nach ein bis zwei Jah­ren wie­der rein­ho­len.

Dass die­se Pau­schal­aus­sa­ge hinkt, lässt sich in unse­rer Daten­bank ganz ein­fach bele­gen”, erläu­tert Schmidt. “In eini­gen Fäl­len mag die Aus­sa­ge stim­men, in ande­ren nicht. Das lässt sich nicht so ein­fach ver­all­ge­mei­nern. Ent­schei­dend — gera­de für den Ver­brau­cher — ist jedoch der Ein­zel­fall.”

Wie viel ein­zel­ne Gerä­te im Haus­halt ver­brau­chen, kann auf der Web­site des Star­tups Smart­ri­ci­ty ein­ge­se­hen wer­den. Die 140.000 Haus­halts­ge­rä­te umfas­sen­de Daten­bank ermög­licht die Suche nach spe­zi­el­len Alt- und Neu­ge­rä­ten und bie­tet den direk­ten Ver­gleich bezüg­lich Strom­ver­brauch, Jah­res­er­spar­nis und nach wie­vie­len Jah­ren sich ein Neu­kauf ren­tiert. 


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Sebas­ti­an Schmidt        
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Die Smart­ri­ci­ty GmbH ist ein 2018 in Pas­sau gegrün­de­tes Start­up, das eine Platt­form­lö­sung für Ener­gie­ef­fi­zi­enz auf­baut. Das ent­wi­ckel­te Ver­fah­ren ist zum Patent ange­mel­det. 2017 gewann man den über­re­gio­na­len Busi­ness­plan­wett­be­werb “ide­en­Reich”, 2018 kam man unter die “Top Ten Ener­gie Star­tups Bay­ern”, 2019 wur­de man beim Nie­der­baye­ri­schen Grün­der­preis aus­ge­zeich­net. Mit einem EXIST-Grün­dersti­pen­di­um sowie durch “Start?Zuschuss!” wur­de das Pro­jekt durch meh­re­re hoch­do­tier­te Inno­va­ti­ons­pro­gram­me geför­dert.