Wer über den Kauf einer neu­en Spie­le­kon­so­le nach­denkt, schaut zuerst auf den Anschaf­fungs­preis. Doch auch der Ener­gie­ver­brauch soll­te im Auge behal­ten wer­den: Spie­le­kon­so­len sind wah­re Strom­fres­ser. Ihr Bei­trag zu der hohen Strom­rech­nung wird oft unter­schätzt.
Um nicht in die­se Fal­le zu tap­pen, kannst du ein paar simp­le Tipps beach­ten — und so effek­tiv Geld und Strom spa­ren!

Der Stand-By-Modus

Wir alle wis­sen: Elek­tro­ge­rä­te benö­ti­gen auch im Stand-By-Modus Strom. So ver­brau­chen zum Bei­spiel die Play­sta­ti­on-Model­le und die Xbox im Stand-By-Modus unbe­merkt gan­ze 15 Watt. In den USA ent­ste­hen durch die­sen Ruhe­mo­dus bei Spie­le­kon­so­len jähr­lich 400 Mil­lio­nen Dol­lar zusätz­li­che Strom­kos­ten. Umso wich­ti­ger ist es, die Gerä­te voll­stän­dig abzu­schal­ten. Das geht ganz ein­fach zum Bei­spiel durch eine Steck­do­sen­leis­te mit Kipp­schal­ter. Jedoch ist der Ener­gie­ver­brauch im Ruhe­mo­dus kei­ne böse Absicht des Her­stel­lers. Viel­mehr ist es eine Mög­lich­keit, durch die akti­ve Inter­net­ver­bin­dung im Ruhe­zu­stand Updates zu instal­lie­ren.


Die Play­sta­ti­on 4 nutzt den Stand-By-Zustand, um die Con­trol­ler auf­zu­la­den. Aller­dings wer­den die USB-Anschlüs­se auch mit fünf Watt belie­fert, wenn kei­ne Con­trol­ler ange­schlos­sen sind — eine ech­te Strom­fal­le. Soll also der Ruhe­mo­dus bei der Play­sta­ti­on 4 kom­plett ver­mie­den wer­den, emp­feh­len wir den Bereit­schafts­mo­dus in den Ein­stel­lun­gen aus­zu­stel­len. Die Xbox One bie­tet ein beson­ders coo­les Fea­ture: Durch einen Sprach­be­fehl kann der Nut­zer die Spie­le­kon­so­le viel schnel­ler star­ten als bei einem kom­plet­ten Sys­tem­start.
Am strom­spa­rends­ten ist mit Abstand die WiiU. Sie arbei­tet mit nur knapp einer Kilo­watt­stun­de — obwohl Funk­tio­nen wie Sprach­steue­rung und selbst­stän­di­ge Soft­ware-Updates gewähr­leis­tet sind.

Der Con­trol­ler

Auch bei den Con­trol­lern kannst du Ener­gie spa­ren, indem du die Akku­lauf­zeit ver­län­gerst. Dafür genü­gen ein paar weni­ge Ände­run­gen der Grund­ein­stel­lun­gen. Eine Mög­lich­keit ist es, das Front­licht der Play­sta­ti­on-Con­trol­ler zu dim­men oder gar kom­plett aus­zu­schal­ten. Außer­dem kannst du die Vibra­ti­ons­funk­ti­on deak­ti­vie­ren. Eine wei­te­re prak­ti­sche Funk­ti­on ist die auto­ma­ti­sche Abschal­tung nach einer gewis­sen Zeit.

Der Fern­se­her

Beim Fern­se­her lässt sich ordent­lich Strom ein­spa­ren. Das kannst du in unse­ren Blog­posts zu dem The­ma nach­le­sen. Du kannst dei­nen Strom­ver­brauch beim TV allein schon um 30 Pro­zent redu­zie­ren, indem du die Bild­schirm­hel­lig­keit auf 50 Pro­zent senkst. Die Werk­ein­stel­lun­gen sind oft so gere­gelt, dass sie ein extrem schar­fes, knal­li­ges Bild pro­du­zie­ren, um im Geschäft aus der Mas­se zu ste­chen. Das frisst aller­dings extrem viel Ener­gie und ist für den Nut­zer auch nicht die kom­for­ta­bels­te Ein­stel­lung. Bie­tet dein Fern­se­her einen Eco-Modus, so kann er die Hel­lig­keit auto­ma­tisch an die jewei­li­ge Umge­bung anpas­sen. Auch die Laut­stär­ke kannst du indi­vi­du­ell anpas­sen, um Strom zu spa­ren. Denn je lei­ser der Fern­se­her ist, des­to weni­ger Strom muss für die Geräusch­ku­lis­se auf­ge­wen­det wer­den.

Das Sound-Sys­tem

Apro­pos Laut­stär­ke: Gute Heim­ki­no­an­la­gen zie­hen nicht sel­ten über 100 Watt aus dem Netz. Da es kei­ne EU-Label Kenn­zeich­nung für Heim­ki­no­an­la­gen gibt, müs­sen Model­le mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den, um deren Ener­gie­ef­fi­zi­enz her­aus­zu­fin­den. Dabei wird die soge­nann­te RMS-Leis­tung (Root Mean Squa­re) in Watt ange­ge­ben und reicht im Nor­mal­fall von 15 bis 200 Watt. Ver­gleicht man nun zwei Sys­te­me mit ähn­li­cher RMS-Leis­tung, ist das Modell mit der gerin­ge­ren Leis­tungs­auf­nah­me im Nor­mal- und im Stand-By-Modus das effi­zi­en­te­re. Je höher die RMS-Leis­tung, des­to höher auch der Strom­ver­brauch der Heim­ki­no­an­la­ge. Es gibt auch eine Alter­na­ti­ve: Gran­dio­sen Sur­round-Sound kannst du nahe­zu ohne Strom­ver­brauch auch mit­hil­fe guter Sur­round-Kopf­hö­rer genie­ßen.

Nut­ze dei­ne Spie­le­kon­so­le nur fürs Spie­len

Die moder­nen Spie­le­kon­so­len funk­tio­nie­ren mitt­ler­wei­le wie Mul­ti-Media-Cen­ter. Schnell ein You­Tube-Video strea­men, die Musik über die Kon­so­le lau­fen las­sen oder eine Blu-Ray schau­en — alles kein Pro­blem. Aber es kos­tet mas­sig Strom und im Ver­gleich zu spe­zia­li­sier­ten Gerä­ten ist der Ener­gie­ver­brauch um ein Viel­fa­ches höher. So ver­braucht die Play­sta­ti­on 4 gan­ze 84 Watt zum Abspie­len einer Blu-Ray, ein guter Blu-Ray-Play­er benö­tigt dazu maxi­mal 20 Watt.

Strom­fres­ser Strea­ming

Auch das Strea­men von Fil­men und Seri­en über Spie­le­kon­so­len ver­braucht über­ra­schend viel Ener­gie. Im Ver­gleich zu dar­auf spe­zia­li­sier­ten Gerä­ten, wie etwa Apple TV oder Goog­le Chro­me­cast, benö­ti­gen die Spie­le­kon­so­len bis zu 45 mal mehr Ener­gie. Die Kon­so­len sind für ein gra­fisch meis­ter­haf­tes Spiel­ver­gnü­gen kon­zi­piert, aber eben nicht für ein effi­zi­en­tes. Des­halb ist die Leis­tungs­auf­nah­me per­ma­nent hoch.
Wäh­rend die WiiU effi­zi­en­ter agiert, erzielt sie bei den Spie­len nicht die glei­chen gra­fi­schen Ergeb­nis­se wie etwa die Play­sta­ti­on oder die Xbox. Besitzt du eine Spie­le­kon­so­le von Micro­soft, kannst du in Kom­bi­na­ti­on mit einer Set-Top-Box auch linea­res Fern­se­hen genie­ßen. Aber Vor­sicht! Die­ses Film­ver­gnü­gen führt zu einem Jah­res­ver­brauch von rund 233 Kilo­watt­stun­den — fast die dop­pel­te Leis­tung eines han­dels­üb­li­chen Kühl­schranks. Hier ist es sinn­voll, auf moder­ne Smart-TVs umzu­rüs­ten, die die­se Diens­te erset­zen kön­nen.

Gaming-PCs

Für das Gaming-Herz gibt es gute Grün­de, um auf einen Gaming-PC zu set­zen — schließ­lich sind vie­le Titel nur für den PC erhält­lich und die PCs bie­ten die bes­ten Gra­fik­ein­stel­lun­gen. Aller­dings soll­test du hier der Strom­rech­nung zulie­be die vol­le Leis­tung nur dann aus­nut­zen, wenn wirk­lich gespielt wird. So ver­brau­chen Gaming-PCs, die mit der neus­ten Hard­ware voll aus­ge­stat­tet sind, im Schnitt mehr Ener­gie als Spie­le­kon­so­len.

Wer auf acht­fa­che Kan­ten­glät­tung und 4K-Auf­lö­sung ver­zich­ten kann, soll­te auf die strom­spa­ren­de­re Alter­na­ti­ve in der Kate­go­rie Spie­le­kon­so­len umstei­gen. Selbst in vol­lem Betrieb zieht die Slim-Ver­si­on der Play­sta­ti­on 4 nur rund 89 Watt­s­un­den. Geht man von einem Strom­preis von 28,2 Cent pro Kilo­watt­stun­de aus, so spa­ren Play­sta­ti­on­spie­ler bei zwei Stun­den rei­ner Spiel­zeit pro Tag gan­ze 63,75 Euro jähr­lich gegen­über einem Gaming-PC. Ähn­li­ches gilt bei der ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Vari­an­te der Xbox One.

Fazit

Auch wenn die Spie­le­kon­so­le eine Strom­fal­le ist, kannst du mit ein paar unkom­pli­zier­ten Tricks an die­ser Stel­le Ener­gie spa­ren und ohne schlech­tes Gewis­sen zocken. Wer eine neue Kon­so­le anschaf­fen und dabei Strom spa­ren möch­te, soll­te zur jewei­li­gen Slim-Ver­si­on der Model­le grei­fen. Im Ver­gleich zur Stan­dard­aus­füh­rung hal­biert sich der Strom­ver­brauch nahe­zu. Für Besit­zer der älte­ren Model­le lohnt sich ein Umstieg nur, wenn sehr viel gespielt wird. Ansons­ten über­stei­gen die Anschaf­fungs­kos­ten schnell die Strom­ein­spa­rung.

Pho­to by Niki­ta Kach­a­novs­ky on Uns­plash