Gefrierschrank defekt: Reparieren oder neu kaufen?

Gefrierschränke und -truhen sind groß und sperrig, deshalb erscheint eine Reparatur oft komfortabler. Leider ist das nicht immer der ökonomisch sinnvollere Weg - denn manches lässt sich relativ leicht selbst beheben.

Die häufigsten Defekte bei Gefrierschränken

  • Der Thermostat ist defekt
  • Die Dichtung ist kaputt oder brüchig
  • Die Kondensatorspulen sind verschmutzt
  • Die Heizelemente sind defekt

Lohnt sich die Reparatur meines Gefrierschranks?

Wenn die Garantiezeit von zwei Jahren für dein Gerät noch nicht abgelaufen ist, solltest du auf jeden Fall über eine Reparatur nachdenken, da sehr wahrscheinlich keine Kosten auf dich zukommen werden.

Außerdem ist es wichtig darauf achten, dass die Reparatur nicht unbedingt mehr als ein Viertel des Kaufpreises kostet, denn ist einmal etwas an dem Gerät kaputt, kann in der nächsten Zeit möglicherweise noch mehr kaputt gehen. Zudem fängt nach der Reparatur kein neuer Garantiezeitraum an.

Bei der Reparatur von Gefrierschränken

Einige kleine Handgriffe kannst du bei der Reparatur deines Gefrierschranks oft selbst tätigen, wie beispielsweise das Austauschen von kaputten Dichtungen und Griffen. Oft lohnt sich auch ein Blick in die Bedienungsanleitung. Hier findest du Hinweise für kleine Reparaturen.

Allerdings können die Probleme und Defekte auch schnell sehr komplex werden. In diesen Fällen bietet es sich an, einen Reparaturservice zu beauftragen. Fordere vor der Reparatur immer einen Kostenvoranschlag an. Hole bei Bedarf auch immer mehrere Angebote ein und vergleiche diese miteinander.

Sicherheitshinweis: Extrem wichtig bei der Reparatur aller Elektrogeräte ist, dass du das Gerät vom Strom trennst, bevor du mit der Fehlersuche beginnst. Zudem ist es am sichersten, wenn du zusätzlich noch Schutzhandschuhe anlegst.

Den richtigen Reparaturservice finden

Kontaktiere, wenn du dich für eine Reparatur innerhalb des Garantiezeitraums entschieden hast, zunächst den Händler oder auch den Hersteller, bei dem du deinen Gefrierschrank erworben hast. Bei Markengeräten bieten beide oft umfangreiche Reparaturservices an. Zudem verfügen sie über die originalen Bestandteile deines Geräts.

Nach Ablauf der Garantie bietet es sich auch häufig an, eine private Werkstatt in deiner Nähe zu beauftragen. Sie haben oft keine langen Anfahrtswege und haben alternative Ersatzteile, die nicht so teuer sind wie die originalen. Du findest sie beispielsweise in den Gelben Seiten oder über das Internet. Achte hierbei aber besonders auf die Bewertungen anderer Kunden.

Erkundige dich auch in deinem Bekanntenkreis, ob dir jemand einen Service empfehlen kann, mit dem er/sie gute Erfahrungen gemacht hat.

Kaputter Gefrierschrank: Symptome und mögliche Ursachen

Symptom 1: Der Gefrierschrank kühlt nicht richtig

Wenn dein Tiefkühler die Lebensmittel nicht mehr richtig kühlt oder seine Leistung plötzlich nachlässt, kann das mehrere Ursachen haben. Befolge zur Lösung des Problems die folgenden Schritte:

1. Überprüfe die Kondensatorspulen

Die Kondensatorspulen stellen die häufigste Ursache für unzureichende Kühlung dar. Du findest sie oft an der Rückseite des Geräts.

Kontrolliere, inwiefern die Spulen verschmutzt sind. In diesem Fall kann der Gefrierschrank die entsprechende Temperatur nicht mehr halten und kühlt folglich nicht mehr richtig. Reinige die Lamellen der Spulen mit einem Lappen.

2. Taue den Tiefkühler ab

Auch vereiste Innenwände können die Funktionsleistung deines Gefrierschranks beeinflussen. Dicke Eisschichten verhindern, dass die Kälte optimal im Kühlraum abgegeben und verteilt wird. Du solltest in diesem Fall definitiv den Tiefkühler abtauen.

3. Prüfe den Ventilator oder Lüftermotor

Schaue zuerst in der Betriebsanleitung nach, ob der Kondensator deines Geräts überhaupt einen Ventilator besitzt. Sollte er verschmutzt sein, kann die Wärme nicht mehr richtig abgeführt werden, was wiederum die Kühlleistung des Gefrierschranks einschränkt.

Der Lüftermotor befindet sich am Verdampfer und zieht Luft über die Kühlspulen und verteilt sie über dem Kühlraum.

Kontrolliere das Blatt des Lüfters, indem du versuchst, es manuell zu drehen. Sollte es sich nicht frei bewegen können, muss der Motor ausgetauscht werden. Das gleiche gilt auch für den Fall, dass der Lüftermotor ungewöhnlich laute Geräusche von sich gibt.

4. Kontrolliere den Thermostat

Ebenso kann ein defekter Thermostat dazu führen, dass der Gefrierschrank seine Temperatur nicht halten kann. Das kann zum einen durch eine dauerhaft Beanspruchung aber auch durch eine falsche Einstellung geschehen.

Zur Überprüfung solltest du den Thermostat von der niedrigsten auf die höchste Stufe stellen und auf ein Klickgeräusch achten. Ist dies nicht zu hören, ist das Bauteil wahrscheinlich defekt und muss ersetzt werden.

5. Prüfe den Temperaturfühler

Es kann jedoch auch sein, dass sich lediglich der Temperaturfühler verschoben hat und somit die Temperatur falsch misst.

Du findest den Thermostat im Allgemeinen an der rechten Seitenwand. Der Fühler muss immer die Verdampferplatte berühren, um die Temperatur korrekt messen zu können.

6. Kontrolliere das Anlaufrelais

Eine weitere Ursache kann ein defektes Anlaufrelais darstellen. Es ist in Kombination mit der Startwicklung verantwortlich dafür, dass der Kompressor startet. Ist es defekt, arbeitet der Kompressor nur teilweise oder gar nicht, was dazu führt, dass der Gefrierschrank die eingestellte Temperatur nicht erreichen kann.

Prüfe mithilfe eines Multimeters den Stromdurchgang am Relais. Tausche das Element aus, sofern der Durchgang fehlerhaft ist.

7. Prüfe das Heizelement

Zudem kann auch das Heizelement der Abtauheizung defekt sein und dazu führen, dass dein Gefrierschrank nicht optimal funktioniert. Die Abtauheizung ist für das kontinuierliche Abtauen des Innenraums zuständig.

Du findest sie am Verdampfer im Inneren des Geräts. Signalisiert der Thermostat “abkühlen”, schaltet sich die Heizung wieder ab. Andersherum arbeitet der Kompressor, wenn die Heizung aktiv ist. Sollte die Abtauheizung defekt sein, muss sie ausgetauscht werden. Das ist meist nicht teuer.

8. Überprüfe den Kompressor

Auch ein defekter Kompressor kann die Einschränkung der Kühlleistung des Geräts verursachen. Er schaltet sich im Allgemeinen dann an, wenn die Temperatur im Gefrierschrank zu hoch ist und stellt daher ein zentrales Bestandteils des Geräts dar. Häufig nutzt er sich mit der Zeit ab und weist Verschleißspuren auf.

Sollte der Kompressor laute Geräusche von sich geben, ist dies ein Hinweis auf einen Defekt und muss ausgewechselt werden.

9. Kontrolliere die Steuerplatine

Wenn alle vorherigen Schritte erfolglos waren, solltest du die Steuerplatine kontrollieren. Sie koordiniert alle wichtigen Funktionen des Gefrierschranks.

Überprüfe den Stromdurchgang mithilfe des Multimeters und tausche die Platine gegebenenfalls aus.

Symptom 2: Die Kontrollampe leuchtet nicht

Wenn die Kontrollleuchte deines Gefrierschranks oder das Display nicht funktioniert, solltest du zunächst die Anschlüsse und Drähte prüfen. Schaue anschließend nach, ob die Lampe durchgebrannt ist und tausche sie bei Bedarf aus.

Symptom 3: Der Kompressor hört nicht auf zu laufen

Wenn dein Gefrierschrank gefühlt nicht mehr aufhört zu arbeiten und der Kompressor die ganze Zeit läuft, kann dies verschiedene Ursachen haben. Befolge bei der Fehlersuche nacheinander folgende Schritte:

1. Überprüfe die Kondensatspulen

Die Kondensatorspulen bringen das stark erhitzte Kältemittel zum Kondensieren. Dieses nimmt im Innenraum Wärme auf und führt diese nach außen. Sind die Kondensatorspulen verschmutzt, kann das Kältemittel jedoch nicht flüssig und auch keine Wärme abgeführt werden. Somit muss der Kompressor durchgehend arbeiten.

Du findest die Kondensatspulen an der Rückseite des Geräts, wo sie je nach Standort schnell beschmutzt werden können. Reinige sie mit einem Lappen.

2. Achte auf den richtigen Standort deines Gefrierschranks

Auch der Standort des Gefrierschranks kann ausschlaggebend für seine Leistung sein.

Achte darauf, dass dein Gerät nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist oder in der Nähe von Heizung oder Backofen steht. Achte allgemein darauf, dass die Raumtemperatur nicht überdurchschnittlich hoch ist. Aufgrund der andauernden hohen Temperatur muss der Kompressor so ständig laufen.

Zudem sollte das Gerät mindestens zehn Zentimeter Abstand zu Wänden oder Mauern haben, sodass die aus dem Inneren abtransportierte Wärme entweichen kann.

3. Prüfe den Thermostat

Eine weitere Ursache für das dauerhafte Arbeiten des Kompressors kann der Thermostat sein.

Er besitzt einen Fühler, welcher für die Temperaturmessung zuständig ist. Der Kompressor orientiert sich an eben dieser Messung und sorgt mit der entsprechenden Zufuhr von Kältemittel für die angestrebte Temperatur im Inneren des Tiefkühlers. Ist der Thermostat defekt, sendet er falsche Informationen an den Kompressor, welcher daher in den Dauerbetrieb schaltet, um ein nicht bekanntes Temperaturziel zu erreichen.

Zur Überprüfung des Thermostats solltest du das Gerät von der niedrigsten auf die höchstmögliche Stufe stellen, wobei ein Klicken zu hören sein sollte. Ist dies nicht der Fall, muss der Thermostat sehr wahrscheinlich ausgetauscht werden.

Es kann sich jedoch auch der Temperaturfühler verschieben. Kontrolliere, ob er auf der Verdampferplatte anliegt. Du findest ihn entweder bei der Temperatureinstellung im Innenraum oder hinter einer Klappen an der rechten inneren Seitenwand.

4. Kontrolliere den Abtautimer

Ebenso kann ein defekter Abtautimer die Arbeit des Kompressor beeinflussen. Der Timer regelt, dass mehrmals täglich ein Abtauzyklus gestartet wird, um den Frost, der sich auf den Verdampferspulen bildet, schmelzen kann. Ist er kaputt, kann der Zyklus nicht stattfinden und der Kompressor erhält kein Signal, ob er sich an- oder abschalten soll und läuft einfach weiter.

Stelle das Ziffernblatt langsam in den Abtauzyklus, um festzustellen, ob der Timer defekt ist. Im Optimalfall sollte sich der Kompressor ab- und die Abtauheizung einschalten. Ist dem nicht so, muss der Timer ersetzt werden.

5. Überprüfe die Abtauheizung

Außerdem kann eine defekte Abtauheizung ein ständiges Laufen des Kompressor auslösen, da die zwei Elemente in direktem Zusammenhang stehen. Arbeitet das eine Teil, so pausiert das andere. Ist nun aber die Heizung defekt und funktioniert gar nicht mehr, läuft der Kompressor im Dauerbetrieb.

Verwende zur Überprüfung der Heizung ein Multimeter. Liegt kein Stromdurchgang vor, muss sie ersetzt werden.

6. Prüfe die Steuerplatine

Wenn alle Maßnahmen das Problem nicht gelöst haben, ist möglicherweise die Steuerplatine defekt. Sie ist der zentrale Bestandteil des Gefrierschranks und steuert alle wichtigen Funktionen. Ist sie defekt, erhält der Kompressor fehlerhaft oder auch gar keine Informationen und schaltet sich nicht mehr ab.

Teste alle Bestandteile der Platine mithilfe eines Multimeters auf elektrischen Durchgang. Bei Bedarf muss die Steuerplatine ausgewechselt werden.

Symptom 4: Der Gefrierschrank ist vereist

Dein Gefrierfach vereist ständig und auch deine Lebensmittel frieren häufig fest? Dieses Phänomen kann viele Ursachen haben.

1. Defekte Türdichtung

Zuerst solltest du hierbei die Türdichtung überprüfen. Sie verhindert das Eindringen warmer Luft in den Kühlraum. Dringt diese jedoch in das Innere des Gefrierfachs vor, führt das zur Eisbildung an den Kühlspiralen, einem höheren Stromverbrauch und zur Abnutzung des Kompressors.

Zur Überprüfung der Dichtung kannst du eine Taschenlampe in den Innenraum legen und schauen, ob du das Licht von Außen sehen kannst. Klemme außerdem ein Blatt Papier in den Türrahmen. Kannst du es sehr leicht herausziehen, weist dies auf eine poröse Dichtung hin. Ersetze die Türdichtung in beiden Fällen.

2. Defekte Heizelemente

Ebenso können defekte Heizelemente wie die Abtauheizung zur Vereisung des Gefrierschranks führen. Sie steht in direkter Abhängigkeit mit dem Kompressor. Ist die Heizung defekt, stoppt der Kompressor nicht mehr und läuft im Dauerbetrieb, was wiederum die Vereisung des Innenraums zur Folge hat.

Teste den elektrischen Durchgang der Abtauheizung mit einem Multimeter und tausche sie gegebenenfalls aus.

3. Defekter Abtautimer

Eine weitere Ursache für das Vereisen kann ein defekter Abtautimer sein, welcher mehrmals täglich den Abtauzyklus aktiviert, um Eis von den Verdampferspulen zu entfernen. Ist er defekt, findet der Zyklus nicht statt. Zudem wird an den Kompressor kein Signal geleitet, ob er sich an- oder abstellen soll und arbeitet so im Dauerbetrieb. Das wiederum führt im Laufe der Zeit zu verstärkter Eisbildung im Inneren des Gefrierschranks.

Kontrolliere, ob der Timer fehlerhaft ist, indem du das Ziffernblatt allmählich an den Abtauzyklus fährst. In der Regel schaltet sich der Kompressor aus und die Heizung ein. Geschieht dies nicht, muss der Timer ausgetauscht werden.

4. Beschädigter Abtauthermostat

Teste zuletzt den Abtauthermosat, welcher die Temperatur der Verdampferwicklungen kontrolliert. Während des Abtauzyklus werden genau an dieser Stelle die Vereisungen geschmolzen. Wenn der Thermostat nun defekt ist, schließen sich die dessen Kontakte nicht. Folglich wird keine Leistung an die Heizung übertragen, welche sich daher nicht eingeschaltet und es zur Eisbildung kommt.

Teste den Thermostat mithilfe des Multimeters und wechsle es aus, wenn kein elektrischer Durchgang vorliegt.

Symptom 5: Der Gefrierschrank kühlt nicht und gibt Geräusche von sich

Zum einen kann ein defektes Anlaufrelais Ursache des Problems sein. Es ist mitverantwortlich für den Start des Kompressors. Ist das Relais jedoch defekt, funktioniert der Kompressor nur eingeschränkt oder gar nicht. Die Temperatur kann somit nicht erreicht werden und durch falsche Ansteuerung des Kompressors gibt dieser laute Geräusche von sich.

Teste das Startrelais mit einem Multimeter und auch möglicherweise verschmorte Bauteile. Tausche alle defekten Teile bei Bedarf aus.

Ebenso kann auch ein beschädigter Kompressor derartige Fehlfunktionen bei dem Gerät auslösen. Der Kompressor ist dafür verantwortlich, die Schwankungen zwischen erwünschter und noch nicht erreichter Temperatur im Innenraum des Gefrierschranks auszugleichen. Funktioniert er nicht, wird die Kühlkette unterbrochen und das Gerät arbeitet nicht richtig.

Ist das Anlassrelais intakt, muss der Kompressor ausgetauscht werden.

Defekten bei Gefrierschränken langfristig vorbeugen

Um Defekten schon im Vorhinein vorzubeugen, solltest du deinen Gefrierschrank regelmäßig abtauen.

Zudem solltest du ein- bis zweimal im Jahr die Kondensatorspulen kontrollieren und reinigen.

Prüfe außerdem regelmäßig, wie es um die Dichtung steht und ob die Tür des Gefrierschranks richtig schließt.

Wichtig ist auch der optimale Stellplatz für das Gerät achtest (mehr dazu unter Symptom 3).